28 t
! auf den Menschen erweisen zu können. Meads vortrefflich ge-schriebene, und in vielerlei) Absichten höchst nützliche Abhand-lung von der Herrschaft der Sonne und des Mondes über denmenschlichen Körper, ruht auf dem Grundsätze, daß der Monddurch seine heftigere anziehende Kraft in den Zeiten, da er voll! und neu ist, unsern Luftkreis in die Höhe hebe, daß hierdurchdie Luft, welche uns am nächsten ist, leichter, und unser? Körper weniger gedruckt werde, daher denn die flüssigen Theilemehr an die Oberfläche des Körpers dringen, die Blutgefäße! ausdehnen und zuweilen öffnen. Hieraus erklärt Mead die
! Wiederkunft aller Zufälle in dem Menschen, die nach dem Laufe
! des Mondes sich verhalten. Er glaubt, diese Luftgeschichte
! sey die Ursache der monatlichen Reinigung der Weiber, da doch
! kein Tag vergeht, in welchem nicht hier und dort ein Weib
' seine Reinigung hat, und da endlich alle Weiber ihre Rei-
^ nigung auf einen Tag haben müßten, wenn die Hypothese
i des Mead etwas mehr als eine Hypothese wäre. Er erklärt
nach der gleichen Weise die oft nach dem Mondslaufe sich ver-^ haltenden Anfälle der fallenden Sucht. Aber dieses Verhältnißist bey den meisten dergestalt von der Macht der gelegentlichenUrsachen, dem Zustande der Luft, der Unmäßigkeit im Essen,im Trinken, in der Bewegung, im Beyschlafs und den Leiden-schaften abhängig, daß der Mond dabey in keine Betrachtungkommt. Belgrado, ein verehrenswerther italienischer Jesuit,hat endlich sehr scharfsinnig bemerkt, da der Mond nur durchsein Licht auf die Erde wirken könne, so müsse sein Einflußsich allerdings wie die Anzahl der Lichtstrahlen verhalten, dieer von der Sonne empfangt und uns zuwirft. Nun sagt man,der Mond bewirke die Anfälle der fallenden Sucht, wenn ervoll und wenn er leer ist, folglich in der Zeit, wenn er diegrößte und die kleinste Anzahl Lichtstrahlen auf die Erde wirft.Also verhält sich der Einfluß des Mondes auf die Epilepsie nichtwie die Anzahl des uns zugeworfenen Lichtes. Darum kannzwischen dem Laufe des Mondes und den Anfüllen der fallen-den Sucht nur eine zufällige Gemeinschaft seyn, die überdemnichts weniger als allgemein ist.