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lichen Zeichen der Gelehrsamkeit, des Beobachtungsgeistes und !des Genie kenne und sehe. Der wahre Gelehrte allein erkennt !den wahren Gelehrten, der Mann von Genie allein sieht das jGenie. Nur ein wahrer und gewissenhafter Arzt erkennt den jwahren und gewissenhaften Arzt. ^
Ein Arzt zeigt durch seine Handlungen, daß er gelehrt ist,wenn er in jedem Falle thut, was nach der Erfahrung allerZeiten und aller Völker das Beste ist. Durch seine Handlun-gen zeigt er, daß er den BeobachtungSgeist hat, wenn er injedem Falle die Erscheinungen und Zeichen einer Krankheit mitdem äußersten Scharfsinn zerlegt, ihren Werth bestimmt, undhieraus die Möglichkeit und Unmöglichkeit erweislich macht,die Krankheit zu bestimmen. Er zeigt, daß er Genie hat, wenner aus allem, was er sieht, richtig zu schließen, das Sinnlichein das Allgemeine richtig zu ziehen und daS Allgemeine wiederin besondern Fällen geschickt zu gebrauchen gewohnt ist. Weralso einen Arzt anklagen will, daß er kein wahrer Arzt sey,muß zeigen, daß er der Erfahrung aller Zeiten und aller Völ-ker zuwider handle; daß er alles falsch sehe, und aus allemfalsch schließe; daß der Kranke oder die Umstehenden keine Feh-ler begehen, und er alle; daß der unübersteiglichen Gewalt derKrankheit niemals nichts zuzuschreiben sey, und ihm alles; daßer sich in allen Fällen bekriege, und seine dummen Richter nie.
Dieser, die Zunge von jedem vernünftigen Menschen lähmen-den Schwierigkeit ungeachtet, entscheiden die unwissendsten,die eingeschränktesten und schlechtesten Menschen mit erhabenerStirn den Werth aller Aerzte, und daher hält man so oft diedümmsten Aerzte für die besten, die besten für die dümmsten.Erinnert man sich bey diesen Betrachtungen des Einflusses derLeidenschaften auf die Urtheile der Menschen, so erhellt auf dieunwidersprechlichste Weise, daß die Erfahrung des Pöbels zumVortheil oder Nachtheil eines ArzteS nichts beweist-
Auch diejenigen berufen sich auf ihre Erfahrung, die sichnicht schämen, einem Kranken Mittel anzubieten, da sie dochnicht einmal Aerzte sind. Es wiederfahrt alle Tage, und vie-len Aerzten alle Stunden in jedem Tage, daß solche Leute einem