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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / von Dr. Joh. Georg Ritter v. Zimmermann
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gen besteht, mit welchen zugleich das Kind blau wird, kommtvom zurückgebliebenen schwarzen Unrathe der neugebornen Kin-der, von der Säure, von einer Aergerniß der Amme, vomZahnen, von Würmern, von der zurückgetretenen Kratze, vonden ausbrechenden Kinderpocken, vom Steine, den ich in derSchweiz auch schon in Kindern gesehen, aber am allermeistenvom Brey, der selbst zuweilen eine Ursache des Steins seynkann, weil diese Krankheit in Holland bey Kindern nicht seltenist, und daselbst den schleimichten Speisen zugeschrieben wird.Der Wahnwitz kann in einer Person aus mancherley Ursachenentstehen; doch ist der Wahnwitz sehr einfach, weil er mehren-theils auf eine einzige Idee hinausläuft, die sich aller andernbemeistert. Man muß sich daher bemühen, in solchen Fällenalles auszufiuden, was der Ordnung der Natur entgegen ist;man muß von diesen Erscheinungen diejenigen in die Klasseder Ursache bringen, von welchen man in andern Gelegenheitenerkennt hat, daß sie auf das Gemüth einen bösen Einfluß ha-ben. So lernt man stückweise jede Ursache heben, die sich mitden übrigen zu einer einfachen Wirkung vereint.

Sehr zusammengesetzte und aus verschiedenen Ursachen flies-sende Wirkungen werden entfaltet, wenn man mit dem äußer-sten Fleiße durch den Zusammenhang dieser Wirkungen denZusammenhang der Ursachen sucht. Jede einzelne Wirkungwird insbesondere bis zu ihrem Ursprung verfolgt, der aberalle Erscheinungen der zusammengesetzten Wirkung nicht erklä-ren kann, und folglich verfährt man eben so mit den übrigen.Sind nun verschiedene Ursachen einer zusammengesetzten Wirkungangegeben, so untersucht man, ob diese Ursachen einander wi-dersprechen, oder ob sie durch ihre Verbindung diese vervielfäl-tigte Wirkung hervorbringen können. Sie widersprechen ein-ander, wenn man sieht, daß sie zugleich nicht bestehen können;bestehen sie mit einander, so erinnert man sich, was jede fürsich vermag, und setzt die Wirkungen dieser verschiedenen Ver-mögen zusammen. Das Produkt aller dieser sich selbst nichtwidersprechenden und daher einander nicht aufhebenden Ursachenist die zusammengesetzte Wirkung, deren Ursachen nunmehr be-