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Fünftes Capitel.
Bon de» entfernten Ursachen der Krankheiten in derLuft.
§)ie Luft druckt auf einen Menschen von mittelmäßiger Größemit einer Gewalt von zweyunddreyßigtausend Pfunden; eineGewalt, unter der wir allerdings erliegen mußten, wenn die-ser Druck nicht von allen Seiten gleich wäre, und wenn sichunsere flüssigen Theile wider dieselbe nicht sperrten.
Au diesem Drucke kommt, daß die Luft, die wir einath-men, die wir schlucken, und die uns überall umgibt, nichtdie reine ätherische Luft ist, sondern die mit vielerley von derErde in die Höhe steigenden leichten Körpern beschwängerteLuft deö Luftkreises. Diese und andere Umstände sind dieUrsachen des vielfältigen Einflusses der Luft auf den menschli-chen Körper.
Die Wärme dehnt die härtesten Körper, und sogar dasEisen von allen Seiten aus, und schwächt also ihren Zusam-menhang. Sie setzt die weichern Körper in Bewegung, undzerstreut die flüchtigen. In dem Menschen macht die Wärmedie festen Theile schlaff, und bringt die flüssigen in Bewe-gung. Daher verliert man die Eßlust und die Kräfte, daherblutet man aus der Nase, daher vermehren sich die Geschwül-sten der Wassersüchtigen mit dem herankommenden Sommer.Daher die Stärke hitziger Krankheiten.
Am meisten greift die Wärme die Nerven an. Zarte undschwächliche Personen leiden darum von der Hitze ungemein.Ich habe bey uns in der Sommerhitze sehr oft mit Mutterbe-schwerden behaftete Weibspersonen, ohne eine andere Ursache,in große Schwachheiten, Ohnmachten, Zuckungen, langwie-rige Durchfälle versinken, und erst mit der abnehmenden Hitzesich erholen gesehen. Ich habe Gelehrte gesehen, durch dieSommerhitze alle ihre Kräfte verlieren, in eben diese Bauch-flüsse verfallen, gelb werden, und nur mit dem wiederkommen-