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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / von Dr. Joh. Georg Ritter v. Zimmermann
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Uebel verewigt. Er unternahm eS, die Sumpfe auszuwaschen undzu trocknen, und so hob er auf einmal die epidemischen Krank-heiten in den Gegenden von Pesaro, Ferentino, Bagnarea undOrvieto, so daß man gleich den folgenden Sommervon den jähr-lich daselbst sonst gewöhnlichen Krankheiten nicht das geringsteMerkmal verspürt. Er ließ die Tiber durch Mühlen von ih-rem Schlamme reinigen, aller Orten Kanäle in die Masch-grrinde leiten, um die stehenden Wasser in Bewegung zu brin-gen , und in Rom die Keller, welche durch das Auötreten derTiber voll Wasser waren, durch Handmühlen reinige». Erließ die Sümpfe in dem Kirchenstaat, von welche» man dasstehende Wasser nicht ableiten konnte, mit altem Mauerwerkverschütten, und erwarb durch diese Thaten den Namen einesErlösers mit ungleich besserm Rechte, als die Könige von Per-sien, die sich nicht schämten, diesen unverdienten Namen zutragen. Ganz Holland ist mit Kanälen durchschnitten, aberdie Wasser stehen an vielen Orten , und doch scheint die Hälftedes Uebels gehoben. Bey Stuttgart lag ein großer Sumpf,der jährlich in den dortigen Gegenden eine Meng« Wechselfie-ber erregte, dieser Sumpf ward ausgetrocknet, und die Fiebersind weggeblieben. Auch um Temeswar ist die Luft nichtmehr so schlimm, seitdem man einen Theil der Moräste ausge-trocknet hat.

Man weiß, wie anhaltend die Feuchtigkeit ist, die durch dasAustreten der Flüsse in die Häuser kommt. Herr Thierry hatin Wien im Jahr 1750 nicht unmerkliche Spuren der Ueber-schwemmung der Donau von 174't in der Leopoldstadt gefun-den; alles ward in den Häusern schimmllcht, die Feuchtigkeitdrang durch die Mauern, fäulte das Hausgeräth, besondersauf dem untersten Boden, und nirgends schienen in den übri-gen Vorstädten von Wien die Gesichter so blaß, wie in derLeopoldstadt. Ich sah einst in der Stadt Zürich eine schöneAnstalt wider solche Folgen von Ueberschwemmungen. DerSihlfluß hatte eines der besten Quartiere von Zürich unterWasser gesetzt; die Vorsteher dieser weisen und glücklichen Re-publik befahlen den Besitzern aller Häuser, die Böden auszu-