gehe, indeß sie ein unauslöschlicher Durst plage; die Fremdenseyen gezwungen in unterirdische Orte sich zu flüchten, unddaselbst zu bleiben, bis der Wind sich gelegt habe. Kämpfererzählt: an den Ufern deS Persischen Meerbusens seyen die Windeso brennend heiß, daß die Reisenden davon plötzlich ersticken,wenn sie ihr Haupt nicht mit nasser Leinwand umwinden; hin-gegen fühlen sie eine ganz unerträgliche Kälte, wenn sie sichzu sehr befeuchten, und diese würde ihnen hinwieder sehr ge-fährlich , wenn das Wasser in dieser erstaunenden Hitze nichtgleich verflöge. Chardin sagt, die Perser nennen diesen Windden giftigen Wind er wehe von der Mitte deck
Heumonats bis in die Mitte des Augstmonats, und er tödenicht nur, sondern lasse die Menschen dem äußerlichen Anscheinnach lebend; aber sie verfahren zu Pulver, wenn man sie be-rühre. Auf Malabar herrscht im April und Brachmonat eingefährlicher Landwind von sieben Uhr des Morgens bis umMittag, der so heiß ist, als die Luft die aus einem Ofen her-auskommt und dem das stärkste Temperament kaum widerstehenkann. Die Europäer halten denselben mit der größten Muheaus, und einige lassen sich vom frühen Morgen bis in die Nachtmit Wasser besprengen, damit sie ein Feuer vermindern, das siezu verzehren droht.
Die kalten Winde sind hingegen schon wieder in verschiede-nen Ländern von verschiedener Wirkung. Man will bemerkthaben, daß die Nordwinde in Europa seit zwanzig Jahren ge-meiner sind als vormals; man glaubt, daß auch seitdem dasGliederreißen aus dieser Ursache in Europa weit gemeiner seyals vormals, und daß wir daher die konvulsivischen Husten ha-ben. In Spanien fühlt man zuweilen einen kühlen Wind vonden Gallizischen Gebirge» Herstreichen, der das unreinliche Ma-drid vor den bösen Folgen der faulen Dünste verwahrt, aberauch den Spaniern den Frost in die Adern jagt, der bis aufdie Knochen dringt, wenn er gar zu stark braust, oder plötz-lich einbricht; er verursacht sogar unheilbare Lähmungen, wennman sich, von der Hitze ermattet, demselben zu sehr aussetzt; dieSpanier nennen diesen Wind Lntm» ckel n^ere, oder wie wir