die Ursachen einer gegenwärtigen Epidemie nicht sowohl in demgegenwärtigen als in dem unmittelbar vorhergegangenen Zu-stande der Lust zu suchen; eine Bemerkung, die ich mehrmalswahr gefunden.
In den Wirkungen der verschiedenen Eigenschaften der Luftherrscht also mehrentheils etwas Beständiges, weil ich genug-sam gezeigt habe, daß gewisse Eigenschaften der Lust denMenschen unter allen Himmelsstrichen gleich schädlich und Nie-mandem gesund sind. Daher es denn auch, wie schon Hip-pokrates gesehen hat, Zellen gibt, in welchen fast alle Krank-heiten ungemein schlimm und bösartig sind, so daß der Hu-sten , die Bräune und die Schwindsucht durchaus tödtlichwerden. Auch kann man die höchst wichtige und besondersden Praktikern höchst nöthige Anmerkung des Hippokrates hieranwenden, der für die Witterungs-Beobachtungen in Absichtauf die Krankheiten unser Meister ist, daß in Lybien, in De-loS und in Scythien, in jedem Jahre und in jeder Zeit, dasGute von guter, und das Schlimme von schlimmer Bedeu-tung sey.
Sechstes Capitel.
Von den entfernten Ursachen der Krankheiten in den Speisen.
§)ie Speisen mißbraucht der Mensch nicht sowohl, weil erihren Gebrauch nicht kennt, als weil er ihren Mißbrauchnicht fürchtet. Auch pflegten die Alten zu sagen, die hitzigenKrankheiten kommen von dem Himmel, die langsamen von uns.Ein Engländer hat hierauf sehr wohl geantwortet: der Pfeil des To-des falle freylich von dem Himmel, aber wir vergiften ihn durchunsere üble Aufführung. Wir müssen sterben, weil es unserSchicksal will; doch ist die langsam nagende Todesangst ge-meiniglich die Frucht unserer Thorheit.
Brod ist die allgemeinste Speise eines Theils der Menschen.Von den schlimmen Wirkungen des Brodes ist überhaupt nicht