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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / von Dr. Joh. Georg Ritter v. Zimmermann
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Saueres gleich auf die Milch geschluckt, und hieraus fließe deut-lich, daß dieses Gerinnen überhaupt ungesund sey. Ein andrerEngländer setzte hinzu, die Kuhmilch werde auch ohne den ge-ringsten Zusatz im Sommer innerhalb zwölf Stunden sauer undgeronnen, daher laugne man nicht, daß die Milch auch in demMagen gerinne, und daß sehr oft daher auch kein Schadenfließe; denn die bey Kindern gemeinen Darmschmerzen und dergrüne Abgang entstehen allein von etwas Fehlerhaftem in derGalle, die auf unsere Speisen einen sehr beträchtlichen Einfluß hak,sobald sie aus dem Magen heraus sind. Folglich schloß er, daßdie Milch, bald nachdem sie in den Magen gekommen, gerinne,daß der Wafferichte Theil abfließe, der dichtere Theil in dem Iwö'lf-finger-Darm durch die Galle sogleich wieder flüssig gemachtwerde, und wenn vermittelst dieser Abänderung die Milch nichtvollkommen nahrhaft werde, so erlange sie doch wenigstens dieEigenschaft eines richtigen Abgangs. In der Jnduction diesesEngländers ist ein augenscheinlicher Fehler. Der grüne Abgangder Kinder entsteht freylich von etwas Fehlerhaftem in der Galle;aber woher entsteht dieses Fehlerhafte? Ein weit scharfsinnige-rer JtaljLner, Herr Aeviani sagt, man wisse durch chemischeErfahrungen, daß der Abgang nur darum grün werde, weiler, allzu lang in den Gedärmen zurückgehalten, eine sauere ätzendeNatur annimmt, daher denn die Galle eben so grün wird, alswenn man mit derselben Salpetergeist vermischt. Aber woherentsteht diese ätzende Säure? Aus der geronnenen Milch.

Doch auf dieses alles kommt eS hier nicht an. Allein dar-auf kommt es an, daß, obschon die Milch unter allen Speisenam leichtesten sich verdauen läßt, sie doch unverdaut unter allenSpeisen die schlimmste ist. Säuglinge würden ihre Milch nichtWegbrechen, wenn ihr Magen sie verdauen könnte; denn durchdie geringste Säure in dem Magen ist sie schon verdorben.Boerhave findet die Weiber lächerlich, welche die Milch, mit derman die Kinder nährt, lange kochen, damit sie ihre eingebildeteRauhigkeit ablege. Die Milch, sagt dieser große Arzt, wirdunter dem Kochen verdorben, weil sie ihre flüssigeren und ge-sunderen Theile durch das Feuer verliert, daher auch Eoerhave