ist das Oel der Steckrüben eine sehr gebräuchliche, aber höchstverabsebeuungSwürdige Speise, die alles zur Fäulung neigt. Diekatholische Religion verbietet hin und wieder den Mönchen denSpeck und das thierische Fett; daher kochen sie ihre Speisen inOel, und daher sind, nach Boerhave, die Leistenbrüche und dieGeilenbrüche in den Klöstern so gemein. Ueberhaupt habe icherfahren, daß, bey einer ohnedem schwachen Verdauung, dasOel dem Menschen höchst schädlich ist.
Die Milch hält zwischen den Speisen aus dem Pflanzenreicheund dem Zhierreiche die Mitte. Sie ist überhaupt von allenSpeisen unter gewissen Umständen die beste; auch ist sie vondem Herrn der Natur zu unserer ersten Nahrung augenschein-lich bestimmt. Unter allen Gattungen von Milch ist die mensch-liche die dünnste und süßeste, nachher die Eselsmilch, danndie Pferdemilch, sodann die Ziegenmilch, und endlich die Kuhmilch.Aber was nicht alle Leute werden glauben wollen, ist aus derErfahrung erwiesen, daß die dünnste Milch, wenn sie gerinnt,einen weit dichten und fester» Quark ausmacht, als die fettesteMilch; daher auch der Käse von der dünnen Milch hart undzerbrechlich ist, und der Käse von der fettesten Milch mürbeund zart.
Die geronnene Milch zu fürchten ist eine Thorheit, sagt Rous-seau, weil die Milch in dem Magen immer gerinnt. DieseMeinung ist wahrscheinlich, weil wenigstens die Kinder ihreMilch nach einigem Aufenthalte in dem Magen immer geronnenwegbrechen, und weil der Abgang der jungen Thiere, die nichtsals Milch genießen, nicht dicht seyn könnte, wenn die Milchbey ihnen nicht gerinnen würde. Hieraus wird geschloffen, daßfreylich die Milch nicht allen Menschen gesund ist, aber daß siekeinem Menschen darum ungesund ist, weil sie in dem Magengerinnt.
Vor Rousseau machte schon ein Engländer diese Einwürfeden Aerzten, welche sagen, die Milch sey ungesund, wenn siein dem Magen gerinne. Man hat ihm in London geantwortet,es sey bekannt, daß unerträgliche Schmerzen, Convulsionen,und sogar der Tod bey Leuten sehr oft entstanden, die etwas