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Siebentes Capitel.
Von den entfernten Ursachen der Krankheiten in dem Getränke.
Aas sanfte Wasser scheint eben wie die Pflanzgewächse demMenschen am angemessensten, denn die gährenden Getränke hatuns der Schöpfer nicht gegeben. Es muß süß, klar, leicht,weich und geschmacklos seyn, wenn es gut seyn soll.
Von den Griechen und Römern ward das kalte Wasser füreine allgemeine Arzeney gehalten. Doerhave sagt, es stärke dieEingeweide, es reinige alles, es verwahre vor hitzigen Fiebern,und sey für eine» Menschen, der allzuöürr ist, der zu vielGalle oder Säure hat, das beste Heilmittel. Das Wasser dämpftdas Genie nicht. Demosthenes, den Longin mit einem Don-nerkeil oder einem Ungewitter verglich, trank nichts als Wasser.Cäsar scheint nichts als Wasser getrunken zu haben; wenigstenssagte Cato von ihm, er sey der einzige, der mit aller seinerNüchternheit die Römische Republik umgeworfen habe. Dergroße Rechtsgelehrte, Andreas Tiraquellus, hatte in seinem Le-ben nichts als Wasser getrunken, und gleichwohl der Weltvierundvierzig Bücher und vierundvierzig Kinder geliefert.
Allein es gibt verschiedene Gattungen Wasser, und unterdiesen doch solche, die dem Menschen sehr schädlich sind. DasRegenwasser hätte in Ansehung seiner Leichtigkeit etwas Vor-zügliches; aber es fault bald, weil es immer mit Eiern vonInsekten beschwängert ist, daher man sich desselben auf Schif-fen nicht bedient; es wird noch schlimmer, wenn es in Ci-sternen stehen bleibt. Auch das Flußwasser ist wegen den vie-len mit sich führenden Unreinigkeiten nicht gesund, und erregtoft Durchfälle, wie das Wasser der Seine in Paris, desNils in Egypten, des Ganges in Indien. Das Sodwassernimmt insgemein etwas von der Erde an, wo es hervorquillt,daher ist eS meistens schwer und duftig. Das Brunnenwasserhat oft diesen Fehler, woraus dann freylich der Stein entste-hen kann, wenn diese Wasser in den Nieren oder in der Harn-