581
zösischen Branntwein im geringsten nichts nach, wenn eracht,und nicht etwa von Zwetschgen oder Pflaumen abgezogen ist;er bessert sich auch immer mit dem Alter, indem er starker undangenehmer wird, und macht mit Zitronensaft, Zucker undWasser einen vortrefflichen Punch. Das Tafia oder Rum istfetter und ölichter, auch stärker, und, in geringem Maße, zuträg-licher als Branntwein. Der Arak ist noch weit stärker, weitbalsamischer, und hat ein feines sehr erdünnertes Oel. Dermäßige Gebrauch dieser Getränke wurde vielleicht eher heilsamals schädlich seyn, wenn man nur diesen Gebrauch kennte. Abernur wenige Menschen rasen mit Vernunft, und sehr vielenDiätärzten geht eS wie den Bauchpfaffcn, die wider die Un-mäßigkeit predigen, und auf der Kanzel immer rülpsen.
Die Welt ist über den Gebrauch der geistigen Getränke vollschädlicher Vorurtheile. Man hat mir hundertmal in der Schweizbehauptet, der Kirschengeist kühle. Ich gab zur Antwort,-dieOstindianer sagen, der Pfeffer kühle; und der Sophist beydem Aristoteles, das Feuer sey kalt, und der Schnee sey Heiß.Peequet hatte den verdammlichen Einfall, die Verdauung müssenicht durch die Leibesübung, sondern durch geistige Getränkebefördert werden; er rieth daher alle Tage einen kleinen SchluckBranntwein, und ging selbst mit seinem Exempel vor. EineZeitlang befand er sich wohl, endlich zogen sich sein Magen undseine Gedärme so sehr zusammen, daß sie mehr nichts als dengeliebten Branntwein durchließen; Peequet mußte daher seinAmt fahren lassen, und ward bald ein Schlachtopfer seiner thö-richte» Meinung. Alle diese Getränke befördern nicht nur dieVerdauung nicht, sondern sie sind ihr größtes Hinderniß, weil siewohl anfangs zu stärken scheinen, aber bald eine schleimichteSchlaffheit zurücklassen. In dieser Absicht ist das Saufennicht das Gegengift des Fressens.
Man bedient sich der geistigen Getränke am meisten wider dieBlähungen. Diese nehmen sie freylich für eine halbe Stundeweg, und gleich darauf kommen sie heftiger wieder. Anstattder Ursache dieser Blähungen, welche eine Schlaffheit des Ma-gens und der Gedärme ist, zu begegnen, hält man sich bloß