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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / von Dr. Joh. Georg Ritter v. Zimmermann
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ten Eintracht. Sie üben ihre Wuth allein vor dem Feindeaus; von aller Hartnäckigkeit, Rohheit und Grausamkeitentfernt, sind sie so biegsam und weich, daß man sie, nachWohlgefallen, zum Guten und Bösen bereden kann.

Noch bleibt mir die eben so wenig gleichgültige Betrach-tung deS Thee, des Kaffee und der Chocolade übrig, insoweitsie entfernte Ursachen der Krankheiten sind. Da ich unfähig bin,irgend einem Voructheile zu schmeicheln, wenn es schädlich ist,so will ich auch, unbekümmert um die kleinen Nadelstiche dersüßen Unwissenheit, meine Meinung von diesen beliebten Ge-tränken gerade von der Leber wegsagen. Baeon hat sich ver-wundert, daß die bey den Alten gebräuchlichen warmen Ge-tränke bey den Neuern in Abgang gekommen seyen. Dieserdurchdringende Geist würde jetzt bedauern, daß dieser Abgangbis zur äußersten Unmäßigkeit ersetzt ist.

Der Thee besteht aus den Blättern eines Strauches, denman mit großer Sorgfalt in China und in Japan pflanzt.Man macht einen sehr großen Unterschied zwischen dem Theein Absicht auf seine Farbe, auf die Lieblichkeit seines Geruchsund Geschmacks, und die Gestalt der Blätter. Die Chinesentheilen den Thee in mannigfaltige aber ganz willkührliche Gat-tungen ein. Lu Au sagt, man habe tausend und zehntausendGattungen Thee, die durch eigene Namen unterschiedenseyen. In den mitternächtlichen Gegenden von China findetman wenig wahren Thee, und unter den Chinesischen Kaufleu-ten ist eS eine angenommene Betrügerey, die Blätter verschie-dener anderer Pflanzen für Thee zu verkaufen. In der Pro-vinz Chan Ting wird unter dem Namen eines vortrefflichenThee eine Gattung Moos verkauft, der in dem stemichten Erd-reich eines Berges, nahe bey Moug Dng Hyen wächst, undsehr bitter ist. Alle Varietäten des Thee lassen sich indeß un-ter sehr wenige Arten, und diese unter wenige Gattungen brin-gen , die zudem Blätter eines einzigen Strauches sind.

Die zwey vornehmsten Arten des Thee heißen: Song LoCha, der grüne Thee; und I Cha, der Theebou. Man be-dient sich des grünen Thee in China bey Besuchen; aber der