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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / von Dr. Joh. Georg Ritter v. Zimmermann
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396
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von einem nicht sehr beweglichen Temperamente sind. Es istaber hier nicht darum zu thun, den Kaffee als eine Arzeneyanzupreisen. Genug, daß der mäßige Gebrauch des bestenLevantischen Kaffee, Leuten von allen Temperamenten wenigschadet, wenn sie gesund sind; und besonders, daß er beyVielen zur Verdauung hilft, und das Gemüth ermuntert. Einejunge Schweizerische Dame, von welcher Johann Jalob Rous-seau sagt, sie verbinde mit dem Kopfe eines Leibnitz die Federeines Voltaire, schrieb mir einst, sie hätte ohne Kaffee denVerstand einer Auster.

Aber sein Mißbrauch schadet Gesunden ungemein, und invielerlei.) Krankheiten ist er sehr verderblich. Ich selbst trinkealle Tage zweymal Kaffee, aber nicht mehr als zwey Schalenauf einmal, und so wird mir der Kaffee auf keine Weise schäd-lich. Hingegen zwey Schalen mehr entkräften mich, machenmir hypochondrische Wallungen, Zittern in den Gliedern,Schwindel und eine gewisse mir unerträgliche Furchtsamkeit.Eben das sehe ich bey allen gesunden Menschen, die magerund von einem gefühlvollen Temperamente sind, sobald sie überihre Gewohnheit Kaffee trinken. Der anhaltende Mißbrauchdes Kaffee, führt Leute, die ein lebhaftes und gefühlvollesTemperament haben, zu allen Gattungen der Nervenkrankheiten,besonders aber das Frauenzimmer. Er macht oft einen häßli-chen Ausschlag im Angesicht, er bringt das Blut in eine anhaltendeWallung, und scheint mir eine von den Hauptursachen, daßbey uns die Weiber ihre monatliche Reinigung so lange überdas gewohnte Alter noch haben, und vermittelst dessen oft inhöchst gefährliche Krankheiten verfallen. Er treibt das Blutdurch die Nase, die Lungen, die Mutter und die Goldadern;er stürzt in langsame Husten, endlich in eine gänzliche Abzeh-rung , und mit derselben in die äußerste Mattigkeit des Ge-müthes, und den Tod. Hofmann hat sogar den Friese! vondem Kaffee hergeleitet, obschon der Ursprung dieser Krankheitund ihr ganz«besonderer Fortgang von einem Landein das andere,wenigstens für mich, ein Problem ist.

Herr Thierry sagt, der Kaffee mit Milch, erwecke oft plvtz-