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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / von Dr. Joh. Georg Ritter v. Zimmermann
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Achtes Capitel.

Von den entfernten Ursachen der Krankheiten Bewegung undRuhe.

Ä3ielerley Uebel entstehen aus einer allzu starken Leibesübung,aus dem gänzlichen Mangel dieser Uebung und aus gewissen ei-genen Stellungen und Bewegungen.

Eine allzu starke Uebung bringt bekanntlich den Athem unddas Blut in einen stärker» Trieb. Sie neigt es zu Entzün-dungen , sie schärft die Salze und schmelzt das Fett, sie stürztin hitzige Fieber, Blutflüffe, in die Erstickung und den Tod, odersie treibt unsere Säfte aus ihren Behältnissen, störet ihre Ab-sonderung, und überstürzt ihren Auslauf. Ich lese und sehe,daß diese schädlichen Wirkungen »och beträchtlicher sind, wennman heftiger Bewegungen nicht gewohnt ist, wenn die Hitzegroß ist, und der Leib durch die nöthigen Speisen und Ge-tränke nicht unterhalten wird, oder wenn man aus der Ruheplötzlich in eine heftige Bewegung fällt. Auch gleich nach Ti-sche ist die Leibesübung schädlich, weil sie die Verdauung zugeschwind befördert; und besonders für schwächliche Personen,wenn sie in einen Schweiß gerathen.

Der gänzliche Mangel der Leibesübung entkräftet den Men-schen noch weit mehr, als eine allzu starke Leibesübung. Sieermattet die festen Theile und durch diese den Umlauf der flüs-sigen, sie befördert den Anwachs unserer Säfte, sie verwickeltsie, und macht sie stocken; sie hindert ihre Absonderungen undihren Abgang; sie zeugt einen Ueberfluß an Blut und Fettig-keit, allmählig eine gänzliche Verderbniß der Säfte und Ent-kräftung der festen Theile; eine gänzliche Unbeweglichkeit undSteifigkeit des Körpers und des Geistes, ein träges, schweres,aufgedunsenes Wesen in beyden; den Gvldaderfluß, Schlag-flüsse, Steckflüsse, die verschiedenen Gattungen der Wassersucht,einen ganz gedankenlosen Zustand, ein wahres Austerleben, undden Tod.

Zimmermanns Erfahrungen.

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