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gestand dem Doctor Bekkers, dieSelbstbesteckung habe sich ihrerSinne so sehr bemeistert, daß sie das Heirathen verabscheue.
Nach allen diesen Beobachtungen und Erfahrungen sollte mannicht glauben, daß auch eine allzu große Keuschheit die Ursachevon sehr wichtigen Krankheiten wäre. Die gänzliche Zurückhal-tung deö Samens ist freylich nicht immer schädlich; aber sieist es doch für Leute, die von Natur geil und samenreich sind.Man zählt unter die daher rührenden liebet die Pollution, denSamenfluß, die Ueberfüllung, die Geschwulst, den Schmerzund die Entzündung der Samengefässe, die Verdichterung, undendlich die Verderbniß des stockenden Samens, den Priapis-mus, die Zuckungen, die Melancholie, und endlich auch dierasende Geilheit. Robinet, der Verfasser des berühmten Bu-ches von der Natur, hat darum sehr wohl gesagt, der Samesey dem Menschen nicht verweigert, aber er sey ihm mit einerZurückhaltung gegeben, über die er mit Unrecht murren würde,da ihn der Ueberfluß desselben zu dem rasendsten aller Thieremachte. Ich habe aus einer ungewohnten Keuschheit die Ue-berfüllung der Samengefässe mit einer beträchtlichen Geschwulst,großer Spannung und Schmerz, in einem scharfsinnigen Freundegesehen, der von Paris nach Göttiugen gekommen war; wirbesorgten ihn anfangs sehr ernsthaft, er half sich aber selbst,»«methodisch und gut. Der Marquis von Nenty ward in Pa-ris durch ein Keuschheitsgelübde krank, und starb. Der Herrvon Halter hat in Paris einen Wundarzt aus Anspach gesehen,i der zu Hause geheirathet war, und in Paris auf die BefehleI seiner Frau des Beyschlafes sich enthielt; er verfiel daher in
? eine wunderbare Harnwindr, und in so heftige Zusammenziehun-
' gen der Harnröhre, daß man das kleinste Werkzeug nicht durch-? bringen konnte; mein erlauchter Lehrer erklärte dieses Uebel ausi dem Drucke des überflüssigen Samens, und des ihn begleiten-den Saftes. Einer der außerordentlichsten Geister unter allenvorigen und letztlebenden Menschen ist auch mit solchen Ausam-menziehungen der Harnröhre gequält; ein fürchterliches Uebel,dessen Ursache hieher nicht zu gehören scheint. Ein Arzt, derlange bey den Oesterreichischen Armeen in Italien seine Kunst