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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / von Dr. Joh. Georg Ritter v. Zimmermann
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ausgeübt, bemerkte, daß die unverheiratheken und keusch leben-den Soldaten in Pollutionen, Starrsuchten des Gebnrtsgliedes,und sogar in heftige Buchungen verfielen. Selbst die Sittenleiden von der gänzlichen Zurückhaltung des sonst den Menschenso sehr belebenden Samens, wie von seiner Verschwendung.Die Verschnittenen sind meistens schüchtern, geitzig, neidisch,tückisch, argwöhnisch, niederträchtig, zu allen heimlichen Bos-heiten und kleinen Teufeleyen geneigt.

Auch die Weiber leiden sehr von einer unvermeidlichen Keusch-heit. Gaubius leitet daher einen Verlust ihrer Kräfte, denweißen Fluß, die Mutterkrankheit, und endlich die rasende Geil-heit. Herr Tissot sagt in seinem angeführten Werke von derSelbstbefleckung, er habe zu Montpellier eine rüstige Wittwevon etwa vierzig Jahren gesehen, die sich vormals sehr oft habeumarmen lassen , und nunmehr seit einigen Jahren dieses Trostesberaubt, in so heftige Krämpfe, Magen- und Mutterbeschwer-den verfiel, daß sie oft alle Sinnlichkeit verlor. Keine Ar-zeney wollte helfen, weil ihr Arzt immer nur eine Ursache hobund niemals die wahre. Das einzige Mittel fand sich endlichin einem heftigen Reiben ihres geheimsten Theiles, auf welchesein konvulsivisches Zittern, und ein heftiger Guß folgte, derihr plötzlich die Sinnlichkeit wieder gab. Aber auch die frömm-ste Witrwe, die sich, ihre Keuschheit zu bewahren, dieses scham-losen Hü'fsmittels bedienen wollte, wäre ja eben so strafbar,als die Priester in Paris, von denen Rousseau in seinem un-terthänigen Schreiben an den Herrn Erzbischof Christoph vonBeaumont sagt, sie sind von der Heloise sicher, denn sie habenzum Präservativ die Aloisia.

Der natürliche Abgang des Blutes ist bey den Weibsperso-nen unter verschiedenen Umständen sehr verschieden. In heißenLändern kommt die monatliche Reinigung sehr geschwind, in Ita-lien und Spanien im zwölften Jahr, daher auch in dem Rö-mischen Rechte ein Mädchen von zwölf Jahren für mannbar er-klärt wird. Shaw sagt, die mohrischen Mädchen auf den Kü-sten der Barbarey werden Mütter in dem eilften, und Groß-mütter in dem zwey und zwanzigsten Jahre. Zu Goa gebären