Jahre; schmale spät- Ueberhaupt ist die Zeit, in weicher dieWeiber ihre Reinigung verlieren sollen, fast die gefährlichstevon ihrem ganze» Leben; die Voflblütigkeit ist noch vorhanden,und doch geht das Blut nicht mehr ab. Daher find, nach demUrtheil der größten Aerzte, hitzige Fieber, oder Fieber mit Ent-zündungen den Weibern in diesem Zeitpunkt meistens tödtlich.Es entstehen dennzumal auch sehr leicht Entzündungen in derMutter, Fieber mit Ausfchlag und verschiedene langsame Uebel,die theils unmittelbar in der Mutter ihren Sitz haben, theils,wie bey Schwängern, ihre Wirkungen in dem Magen und demKopfe äußern. Indem ich dieses schreibe, sehe ich bey einermuntern, fetten und sonst sehr starken Dame von fünfundvierzigJahren, nach einem zuerst unordentlichen und nun seit zwölfWochen ausgebliebenen Flusse ihrer vielleicht zum Ende sichneigenden Zeiten, sehr oft einen fürchterlichen Schwindel undKopfschmerz, und gleich darauf ein häufiges convulstvischesBrechen entstehen, bey welchem doch der Puls ungeinein lang-sam und schwach ist. Sie hatte schon vor drey Jahren diesenSchwindel und dieses Brechen dergestalt, daß sie auf der Straßeeinsank; doch wurde sie bis setzt durch meine Hülfe davon befreyt.Damals war ihr Magen mit einem häufigen Schleime be-schwert, den ich aber jetzt bey dem heftigsten Brechen nichtbemerke. Gleiche Wirkungen fließen sehr oft aus ungleichenUrsachen.
Die Reinigung der Wöchnerinnen kann auch hieher gerech-net werden. Diese besteht anfangs in Blut, nachher in ge-färbtem Wasser, und endlich aus einem schleimichten Stoffe.Ueberhaupt sollte dieser Fluß drey Wochen dauern, doch gehter oft in vierzehn und auch in zehn Lagen zu Ende. BeyWeibern, die ihre Reinigung natürlicher Weise nur sparsamhatten, und deren Gefasst klein sind, oder die, wie ich oftgesehen, gleich in den ersten Tagen sehr viel Blut verloren,geht dieser Fluß noch geschwinder zu Ende.
Man glaubt der allzuhäufige Abgang des Blutes nach derGeburt sey sehr oft bey jungen und starken Weibspersonentödtlich; aber er ist es mehrentheils, weil die Mutter in der