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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / von Dr. Joh. Georg Ritter v. Zimmermann
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436
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fils. Hingegen wird die Geburtsreinigung um so viel häu-figer, wenn die Milch ohne einen andern Nachtheil zurücktritt.

So mannigfaltige Krankheiten aus den Mangeln in demAbgang des Körpers und seiner Verhüttung fließen; so leichtscheinen doch die Wege zu ihrer Kenntniß, wenn man mit allenWirkungen jeder Ursache bekannt, in jedem besondern Falleden Vereinigungöpunkt aller in demselben beobachteten Wirkun-gen sucht.

Eilftes Capitel.

Von den entfernten Ursachen der Krankheiten in den Leidenschaften.

^ristram Shandy vergleicht den Körper des Menschen undseine Seele einem Wamms und seinem Futter. Verrunzeltihr das eine, sagte er, so verrunzelt ihr das andere.

Einige Aerzte nehmen eine gewisse Triebkraftin der Seele, und eine andere in dem Körper an. Jene solldie wirkende Ursache aller heftigen Leidenschaften, diese diewirkende Ursache aller heftigen Bewegungen seyn, die durchdie Nerven in dem Körper ausgeführt werden. Diese Lehrekommt ursprünglich von Hippokrates; unser große, beyden Frauenzimmern so beliebte und so liebenswürdige DoctorTronchin hat sie in seiner weitberühmten Abhandlung von demSchamzünglein berührt; Kaau Boerhave weitläufig, Gaubiusbestimmter und besser verhandelt. Ich verstehe durch diese Trieb-kraft schlechterdings das Temperament, weil dessen luden Sin-nen, in dem Gefühle, in den Affekten und Leidenschaften lie-gende Merkmale alle unsere Empfindungen und Thaten be-stimmen , und folglich die nächste Ursache aller Triebe des ma-teriellen Körpers und der unkorperlichen Seele sind.

Die aus dem Temperamente fließenden heftigern Neigun-gen und Ausbrüche der Seele find dasjenige, was man Affekt,Gemüthsbewegung oder Leidenschaft nennt. Affekte» und Lei-denschaften sind nur im Grade verschieden; jene sind die Nei-gung zu der Leidenschaft, diese sind mehr nichts als der zur