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rigkeit umgeben sind, verlieren sehr bald die Eßlust und dieVerdauungskräfte, der Mund wird ihnien bitter; vielerley ausder Verderbniß der Speisen herrührende Magenbeschwerde»,Blähungen, Coliken, Krämpfungen und Ohnmachten folgennach. Die Männer werden den blinden Hämorrhoiden unter-worfen; den Weibern bleiben ihre Zeiten zurück, oder sie ver-ändern ihren natürlichen Lauf, und anstatt Blut geht oft nurein gefärbtes Wasser ab; sie verfallen in den weißen Fluß; siesind entweder hartleibig oder haben langwierige Durchfeilte.Auch die Galle bleibt, wegen dem langsamen Geblütöumlauf,in der Leber zurück; sie stockt und verhärtet sich, oder trittin das Blut und äußert sich in den Augen und der Farbe derHaut, zeugt die Gelbsucht, und auch wohl eine Wassersucht.Der Mensch wird bey diesen Umständen ungemein empfindlich,und man bemerkt an ihm nur allzuwohl, was Plutarch vonLeuten sagt, die im Unglücke sind: sein Gemüth wird erbit-tert, er kränkt sich über jede Kleinigkeit, er ist immer bereitüber alles sich zu ärgern, alles bedenklich zu finden, alles zufürchten; seine Ohre» sind so reizbar und so gefühlvoll, daßauch das geringste, in einem höher» Tone ausgesprocheneWörtchen ihn beleidigt. Vorzüglich werden langsame Krän-kungen der Seele eine der gemeinsten Ursachen der Hypochon-drie und der Mutterkraukheit, wenn man zugleich eine stille,und keinen Abänderungen unterworfene Lebensart zu führenverdammt ist. Am häufigsten sind darum diese erbärmlichenKrankheiten in Klöstern, abgelegenen Schlössern, kleinen Städ-ten und einsamen Familien, weil die Menschen einander ammeisten plagen, wenn sie in kleinen Gesellschaften leben, undsehr wenige Ideen haben, und mit der langen Weile gemartertsind, die eine Abwesenheit angenehmer Ideen ist. Ich lesein einer sehr schönen Abhandlung von den Leidenschaften: „DieEinsamkeit und der Müßiggang werden nicht nur überhauptentfernte Ursachen vieler Leidenschaften, sondern sie sind auchvorzüglich zur Unterhaltung der eingewurzelten Affekten sehrgeschickt, indem sie das Gemüth um gewisse einzelne Gegenständesammeln, und dasselbe vornehmlich in dem weitem Nachdenken