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über die Ursachen der Leidenschaft desto geschäftiger machen, jeweniger es von andern Empfindungen gestört wird." Herr Aü-ckert, Sie haben vor Gott und der Welt recht.
Bey der beständigen Wiederkunft der gleichen Traurigkeit,des gleichen Verdrusses, der gleichen mannigfaltigen Kränkun-gen der allzusehr mit diesen Gegenständen beschäftigten, undauf dieselbe fält ganz allein eingeschränkten Seele, denkt derMensch zuletzt an nichts als seine Traurigkeit, und verfällt durchseine nach und nach verdorbene Einbildung in die tiefste Me-lancholie, und aus dieser in den Wahnsinn oder in eine Abzeh-rung der Nerven, in den schwarzen Staar, in das Herzbre-chen der Engländer, und nur zu oft in den Krebs.
Eine Traurigkeit aus der vergeblichen Begierde, seine Leutewieder zu sehen, zeugt eine Krankheit, die man das Heimwehnennt, und die zuweilen nach einer kurzen Schwermuth, einemZittern in den Gliedern und andern nicht sehr drohenden Ue-beln dem Tode überliefert, doch mehrentheils langsam abzehrt.Die Schweizer sind, aus einer überhaupt gegründeten Ueber-zeugung von den Vortheilen ihres Vaterlandes, gewohnt, dieseMelancholiesich allein znzueignen, da doch andere Völker ebensoviel Recht dazu haben. Barrere sah das Heimweh in verschie-denen gezwungenen oder sonst an ihrem Abschied gehindertenSoldaten aus Burgund. Der sinnreiche Arzt des SpanischenHospitals in Wien, Herr Auerbrucker, hat das Heimweh un-ter Jünglingen bemerkt, die zu der Oesterreichischen Armeemit Gewalt weggenommen, alle Hoffnung verloren hatten, ihrerwünschtes Vaterland wieder zu sehen, und daher traurig,still, matt, einsam, nachdenkend, seufzend, wehklagend, zu-letzt unempfindlich und für alle Pflichten gefühllos wurden.Herr Auenbrucker sagt, dieses unter den Oesterreichern vor ei-nigen Jahren ziemlich gemeine Uebel sey jetzt, seit einer neuli-chen Anordnung sehr selten, vermöge welcher bey den Oester-reichern die Soldaten nur auf eine gewisse Zeit gedungen wer-den, und nach derselben Verlauf ihren Abschied erhalten.Schottländische Offiziere und Aerzte von großer Einsicht habenmich versichert, das Heimweh sey bey ihren Landöleuten gar