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ihre Gesundheit dergestalt, daß ste, nach ihres Bruders Zeug-niß, dürr ward, wie Pergament, einen Arzt kommen ließ,und starb.
Maria Magdalena von Pazzis hatte besondere Liebes-ergießungen. Sie war zuerst in einer Entzückung, unbeweglichund unempfindlich; die Liebesergießung kam, und ein neues^ Leben durchdrang ihre Glieder. Weg von ihrem Bette sprangste, und verfiel in eine solche Liebesraserey, daß ste eine ihrerMitschwestern bey der Hand ergriff, und zu ihr sagte, kommedoch, und laufe mit mir, um auch Liebe zu rufen; ichwerde niemals satt sie zu nennen. Magdalena war sehr hyste-risch, mit Ohnmachten und Zuckungen geplagt.
Catharina von Genua konnte vor Liebe zu Gott nicht mehrarbeiten, gehen, stehen und oft nicht mehr reden. Alle Wei-ber und alle Männer würden sich in das Meer stürzen, sagtes sie, wenn dieses die göttliche Liebe wäre. In diesen friedseligen? Abgrund der süßesten Liebe verschlungen, ging ste oft in denGarten, und erzählte den Pflanzen und Bäumen ihre Liebe.Oft rann sie in ihrem Kloster herum, legte sich ganz ausge-streckt zur Erde, und rief: Liebe, Liebe, Liebe, ich kann nichtz mehr. Die Heftigkeit ihres von der mystischen Liebe so sehr' entflammten Geistes zerstörte endlich ihren Körper. Sie konntekeinen Tropfen Wasser schlucken; sie nahm fast keine Speise;sie brannte von innen und außen; ste war ganz schlaflos; siehatte bald die gewaltsamsten Zuckungen, und bald eine Starr-sucht; sie warf Blut aus; ward stumm, blind und starb. DieAerzte hießen ihre Krankheit übernatürlich, weil sie ihre Krank-heit nicht verstanden.
Anna von Garcias, eine Spanierin, die einige Klöster inFrankreich und den Niederlanden gestiftet hat, war von derLiebe Gottes so eingenommen, daß sie in eine Auszehrung ver-fiel. Die heilige Theresia von Jesu aus Spanien, verfiel ausden gleichen Ursachen durch alle Stufen der Mutterkrankheitin eine Lähmung, und zuletzt in einen Zustand, in welchem ihrLeib zusammen gezogen war, wie eine Kugel. Sie war sehrverliebt und sehr fromm.