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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / von Dr. Joh. Georg Ritter v. Zimmermann
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die ich bey unsern unbedeckten Frauenzimmern zur Genüge sehe,habe ich nichts.

Den Hals will dieser Praktiker, besonders bey Weibspcr-sonen, die nicht weiß, und nicht ganz ohne Flecken sind, auchnicht bloß leiden. Er glaubt, Geschwülsten der Drusen und desZäpfleins, Heiserkeit, Bräune und Husten entstehen hieraus.Noch weniger gestattet er die Entblößung des Busens. Erleitet hieraus daS Seitenstechen, die freylich nur allzugewöhn-lichen Verhärtungen der Brüste, und nicht selten Leibesschmer-zen bey Säuglingen, wenn ihre Ammen die Brüste vor derKälte nicht genug verwahren. Dieser Arzt hat in Absicht aufden Hals und den Busen durchaus recht, insofern man durchdie Gewohnheit, nicht wider die Neigung zu den angeführtenKrankheiten verwahrt ist, weil diese Theile doch mehr bloßliegen als das Hirn. Denn die Anatomie hat ihn unstreitigauch gelehrt, daß das Hirn mit einer ziemlich sichtbaren Haubeverwahrt ist, die man den Schädel nennt.

Recht starke Mannspersonen werden zuweilen, sagt dieserHerr, von Colikschmerzen überfallen, wenn sie ihren Unterleibverkältet haben. Nicht weniger bekommen sie einen Durch-lauf, wenn sie nur obenhin den Leib decken; viele werden vonder rothen Ruhr geplagt, wenn sie den Unterleib der Abend-luft zu lange aussetzen; es sey nichts Seltenes, daß Weibs-personen öfters mit dem Mutterweh heimgesucht werden, wennsie ihren Unterleib nicht genug gegen die der Gebärmutter soschädliche Kälte verwahren; viele Weibspersonen ziehen sicheine Verstopfung ihrer monatlichen Reinigung zu, wenn siemit einer dünnen Kleidung zufrieden, den Unterleib gegen dieKälte nicht sattsam bedecken; endlich habe die Erfahrung ge-lehrt, daß Kindbetterinnen, wenn sie den Unterleib verkältethaben, entweder ihre Geburtsreinigung verloren, oder gargleich des Todes gewesen seyen; die Kälte zeuge sogar Frost-beulen an Händen und Füßen. Mit der Colik, dem Durch-lauf, der Ruhr, den Kindbetterinnen und den Frostbeulen hates seine Richtigkeit. Nur weiß ich nicht, in was für einemVerhältniß mit der Abendlust der Unterleib des Frankfurter-LimmermannS Erfahrungen. 32