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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / von Dr. Joh. Georg Ritter v. Zimmermann
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Tage auf die bloße Aenderung des Hemdes die Geburtsreini-gung zurücktreten und den Tod erfolgen.

Dieser Wahrnehmungen ungeachtet verfehlen die Aerzte ih-ren Zweck, wenn sie in ihren Gesundheitsregeln zu weit gehen,und diesem oder jenem Mißbrauche Folgen beylegen, die dochdie Erfahrung nicht bestätigt. Wir sind ja nicht fähig, die Men-schen von Fehlern abzuhalten, die sie in die erbärmlichsten Krank-heiten , und in den Tod ganz gewiß stürzen. Darum finden wir,eben wie ein Schwärmer, der den Menschen immer zurufenwürde, sie sollen alle Berufsgeschäfte liegen lassen, um dem Him-mel Tag und Nacht einsiedlerisch zu leben, nicht nur vollends keinenGlauben, sondern die Ehre der Aerzte und der Arzeneykunstllegt ganz zu Boden, wenn wir die Gefahren größer machen,als sie sind, und unsere an sich wahren Lehrsätze, durch einenblinden Eifer verleitet, über die Natur Hinaustreiben. Sehrgrausam und unerbittlich hat ein berühmter deutscher Arzt voreinigen Jahren von den Krankheiten geschrieben, die von einernicht genugsam vor der Kälte bewahrenden Kleidung entspringen.Ich habe sein Ding gelesen.

Der Herr Verfasser nennt sich einen Praktiker in Frankfurtund lehrt uns demnach, daß der Kopf unser edelster Theil sey,daß das Gehirn in dem Kopfe liege, daß, wie solches die Ana-tomie zeige, dieses Gehirn sehr zarte Blntgefässe habe, daß dasBlut durch die Kälte dicht werde, und indem Gehirn stocke,wenn Weibspersonen, besonders die schon bey Jahren sind,in allen Jahreszeiten, und vorzüglich mitten im Winter ent-weder mit dem Kopfe bloß einhergehen, oder doch denselbenmit einer kaum sichtbaren Haube bedecken. Daher dann voneiner solchen dünnen Bedeckung des Hauptes allerley Flüsse,Zahnschmerzen, Ohrenschmerzen, heftige Kopfschmerzen, Me-lancholie, Tobsüchten, Schlagflüsse, Lähmungen, Krämpfe,Schlafsüchten und der Tod entstehen. Man begreift, daß sehrVieles hierbey zu erinnern wäre; allein ich will mit aller ge-ziemenden Achtung für die Erfahrungen des Herrn Doktors den-selben nur unmaßgeblich fragen, ob er auch beweisen könne,was er sagt? Wider die Zahnschmerzen und Ohrenschmerzen,