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mehrentheilS die Beobachtungen, welche Ausnahmen der allge-meinen Regel werden, zahlreicher sind, als die Beobachtungen,auf welche sich diese Regel gründet. Ich habe diese zweifel-hafte Bahn verlangst betreten, und bey meiner mühesamen Ar-?. best nur gelernt, daß es klüger ist, die Natur stückweise zu^ beobachten, als vergebens sich bemühen, sie im Ganzen zu um-fangen. Doch zeigt hinwieder die Erfahrung der Aerzte zurGenüge, daß die angeborne Verschiedenheit der Menschen indem gesunden Austande die Natur der Krankheiten nicht zer-rüttet, oder daß die Zerrüttungen, welche sich in den Krank-heiten äußern, das gemeinsame Verhältniß der Ursachen undWirkungen nicht aufheben. Das Beständigein diesem Verhältnisseerhellet aus viellen Stellen dieses Werkes. Selbst in einzelnenTemperamenten herrscht eine gewisse Beständigkeit, weil einsehr empfindlicher Mensch auch empfindlich bleibt, wenn er nichts^ als Wasser trinkt; gleich wie ein träger und unempfindlicherMensch auch träge und unempfindlich bleibt, wenn er nichtsals Wein trinkt. Aber Krankheiten und gewisse Kräfte derunkörperlichen Seele können die Temperamente ändern, wie- ich in diesem und dem folgenden Capitel zeigen werde.
? Endlich gibt es in der natürlichen Beschaffenheit des Kör-s pers gewisse Seltsamkeiten, die sogar zuweilen Ausnahmen von^ dem Temperamente sind. Nichts ist feyerlicher als die Ach-^ tung der Damen für diese Seltsamkeiten, welche sie ihre Na-; tur nennen. Meine Natur verträgt diesen Geruch, dieseni Geschmack, diesen Ton, diese Farbe, dieses Wort und diesen' Gedanken nicht; meine Natur ist oben hitzig und unten kalt,/ oder oben kalt und unten hitzig; meine Natur ist ein Inbe-griff aller Naturen. Diese Seltsamkeiten sind, mit einigenkleinen Ausnahmen, allerdings der größten Beachtung würdig.
Die Aerzte geben dieser vorzüglichen Empfindlichkeit eini-ger oder aller Nerven, vermittelst welcher die unschuldigsten' Sachen unter tausend Menschen nur in einem die außerordent-l lichsten Empfindungen und Bewegungen erwecken, den Namen; der Jndiosyncrasie. Sehr zärtliche Männer und hysterischei Weiber haben vorzüglich diesen Hang. Die französische Kö-