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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / von Dr. Joh. Georg Ritter v. Zimmermann
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, bedacht, theils sich ein Ansehen zu geben, theils durch die? Menge verleitet, den verführerischen Blendungen eines Systemsz allein geopfert, das die Wollust und den Müßiggang für dasj einzige höchste und wahre Gut halt, seitdem hat man ein thä-; tiges und arbeitsames Leben verachtet, und sich in die weichenArme einer weibischen Wollust geworfen. Die Unthätigkeitdes Geistes ging in den Körper über, und zog mit sich neue

- Neigungen zu Krankheiten, denen er nach dem Laufe der Na-tur nicht wäre ausgesetzt gewesen. Um ihre Bequemlichkeitenallein bekümmert, versagen sich die würdigen Schüler dieserPhilosophie von allem dem nichts, was einige Beziehung aufihr vorgebliches Wohlseyn, auf ihre Bequemlichkeit und die

l Vergnügung ihrer Lüste haben kann. DaS Bewußtseyn der^ schlimmen und unvermeidlichen Folgen ihrer zaumlosen Begier-den, vermag nichts wider die Reize ihrer Sättigung, wennihre Dauer auch nur ein Augenblick wäre. Warum sollte maneine Lust kennen, und sie nicht genießen? Aber nach und nach«schwächet der ausgenutzte Körper, und die Seele sinkt in einenicht mehr bezwingbare Trägheit. Von Ekel für alle genosse-nen Reizungen überfallen, und von der langen Weile über-wältigt, schweben diese elenden Sclaven und Sclavinnen ih-rer Sinne in einer unermeßlichen, und durch nichts mehr zufüllenden Leere. Umsonst suchen sie einige Hülfe in ihremGeiste, und einige Linderung unter der Last ihrer Niederge-' schlagenheit; für sie vermag die Seele nichts inehr, weil siein den Zeiten, da der Körper noch in seiner Stärke gewesen,nicht gestritten hat; weil sie ihrem verwöhnten Geschmackeund ihren verdorbenen Leidenschaften nicht widerstanden ist.Gefühlvoll für die sanftesten Eindrücke, zittern ihre Fibern,wenn ein Stäubchen sie berührt; ein Mückenflügel umgibt siemit Finsterniß; ein Hauch kann sie erschrecken; sie rasen beydem kleinsten Widerspruch. Allmählig verschlimmert sich dieserInstand, und endlich, wenn er aufs höchste gekommen ist, ver-. sinken diese elenden Menschen in die schwärzesten Abgründe! der Hypochondrie und der Mutterbeschwerden, in welchen sie,

- zu allem Guten unfähig, andern oft, und immer sich selbst