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in drei Kolonnen gegen Belgrad ziehen, um sich an die bereitsin der Gegend von Belgrad stehenden k. k. Truppen anzu-schließen und den ernstlichen Angriff zu beginnen, als plötzlicham 2-L. Mai ein Gegenbefehl erschien, und die Armee in demLager bei Semlin und in ihren bisherigen Postirungen stehenblieb.
Von diesem Momente an, wo man die Belagerung vonBelgrad verschob, verlor die k. k. Hauptarmee unthätig denFrühling und Sommer, ohne das mindeste von Bedeutung undEntscheidung zu unternehmen. Um mit einiger Sicherheit aufdie Ursache hievon zu kommen, müssen wir unsern Blick auf dieverbündeten Russen wenden. Obgleich man sich nicht genughatte beeilen können, den Krieg gegen die Türken zu erklären,hatten sich bis dahin die Russen beinahe noch gar nicht vonder Stelle bewegt, und diese Nichterfüllung des adoptirten Opc-rationsplanes von Seiten der Russen hat wohl den KaiserJoseph bewogen, die Unternehmung auf Belgrad einzustellen,die ihn, für den Fall, daß die Türken, bei der Unthätigkeit derRussen, ihre ganze Kraft gegen ihn schleudern würden, in derfreien Disposition seiner Strcitkräste würden gehemmt haben.Uebrigens behielt er Belgrad im Auge.
In Erwartung der Fortschritte der Russen oder des An-marsches der türkischen Armee zur Schlacht, schmolz das k. k.österreichische Hauptheer, eine schöne, vortrefflich ausgerüsteteArmee, in dem ungesunden Winkel zwischen der Donau undSave eingelagert, durch Unthätigkeit, durch unangenehmenDienst, beständigen Allarm, durch oftmals ganz vergeblichesAusrücken und tagelangeö Ausharren in einer lybischen Hitzeund Trockenheit, bei jedem Kanonenschuß aus Belgrad, beijeder Plänkelei an der Sauspitze, auf dem Beschamer Damme,auf der Kriegs-Jnsel, durch die Ruhr, das Wechselsieber undandere Seuchen zusammen, schneller und häufiger, als durchwiederholte Niederlagen hätte geschehen können. Im MonateJuli füllten bereits bei 20,000 Mann die Spitäler, und dieserunselige Zustand war noch nicht im Abnehmen, obschon Allesaufgeboten wurde, ihn aufhören zu machen. Der Kaiser thatAlles, um seine braven Krieger zu retten. Er besuchte dieSpitäler in Person, um sich zu überzeugen, ob alles geschähe.Er ließ ohne Rücksicht auf Kostenaufwand alle erdenklichenMittel anwenden, um die Heerkrankheitcn endlich zu beschwören.
Diese höchst unangenehme Lage der Armee wurde nochspannender, als Nachricht noch einlief, daß der Fürst CarlLiechtenstein nicht nur eine Menge kleiner Besten vor sich ge-