der unteren Save wurden, mit geringem Kraftauswande undnoch geringerem Verluste zur Uebergabe gezwungen.
Radetzky wohnte der Eröffnung des Feldzuges in der Haupt-armee bei, und obgleich ihm, nach der Waffengattung und Ein-theilung seines Regiments, die Gelegenheit noch nicht gegebenwar, die heißersehnten Lorbeeren mit selbstthätiger Hand zubrechen, so waren doch dem Scharfsinne Lacy's die Vorzüge desjungen Offiziers nicht entgangen. Der Feldmarschall verwendetedaher den Oberlieutenant Grafen Radetzky während des Feld-zuges großtentheils als seinen Ordonnanz-Offizier. — Lacyhatte als General guten Ruf aus dem siebenjährigen und bayri-schen Erbfolge-Kriege. Radetzky kam daher in eine gerühmteSchule. Das Werk: „Thaten und Charakterzüge berühmterösterreichischer Feldherrn" spricht sich namentlich sehr günstigfür Lacy aus und beurtheilt ihn an einer Stelle mit folgendenWorten: „Seinen Plänen getreu, in ausharrender Geduld undMäßigung immer sich selbst gleich, wußte Lacy mit seltenerSelbstbemeisterung die Lebhaftigkeit seines Temperaments zurück-zuhalten, und gab er auch demselben zuweilen auf dem Erercier-platze nach, so vermochte ihn doch nichts auf dem Schlachtfeldeaus seiner anscheinenden Kaltblütigkeit zu bringen. Sein Muthwar, die jugendlichen Wagestücke in dem subalternen Diensteausgenommen, immer berechnet, berechnet die Stärke seinerTruppen, berechnet ihr Bedürfniß, berechnet, wo man wagendurfte und wo man sich scheuen mußre. Er war Meister indiesem schweren Theile der Kriegskunst, der eigentlichen Feld-herrnwissenschaft, die allein den Heerführer vom Soldaten we-sentlich unterscheidet. Gleich glückliche, geistige und körperlicheAnlagen hatten Lacy zum großen Mann bestimmt; aber er istdie Entwicklung dieser Anlagen großtentheils sich selbst schuldiggeworden."
Der Anfang des Krieges schien alles Glück verheißen zuwollen! Jedermann erwartete jetzt einen raschen, entscheidendenUebergang über die Save und Donau und die Eroberung vonBelgrad, noch ehe der sich bei Adrianopel sammelnde Groß-vezier, oder sein bedeutender Vortrab unter dem Seraskier vonRumelien etwas zur Rettung der wichtigen Festung vermögenwürde. Wirklich ward nach der Wegnahme von Schabacz, Belgradals das nächste Operations-Object der österreichischen Hauptarmeebestimmt. Semlin wurde sogleich zu einem festen Punct um-geschaffen, um ihn als einen sichern Verwahrungsort für alleKriegs- und Mundvorräthe rc. während der Belagerung vonBelgrad gebrauchen zu können. Dann sollte die Hauptarmee