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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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13
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auö diesem ersten Schlafe erwachend, in dem Geräusche der anihnen vorbeijagcndcn Reit- und Pack-Knechte den Feind zusehen, feuerten theils ihre Gewehre gegen die vermeintlichenFeinde los, theils entsprangen sie in die nächsten seitwärtsgelegenen Felder. Aber hier stellte sich die Ordnung durch dieBemühungen des FeldmarschallS Lacy und seines Gefolges, derGenerale und Stabsoffiziere, bald wieder her, während die dieNachhut bildenden Truppcn-Corps in Massen in ruhiger Hal-tung an der Straße stehen geblieben waren, und Fronte gegenden Lärm gemacht hatten. Sobald man sich die Ueberzeugungverschafft hatte, daß bis jetzt kein Feind das Heer verfolge, sowurde der Marsch nach Karansebes fortgesetzt, wo die erstenAbtheilungen am Morgen eintrafen.

Der Kaiser Joseph befand sich zu Anfang des Marschesin einem offenen Wagen bei der links marschirenden Colonne.Sowie aber das Feuern und der Lärm entstanden, setzte sichder Kaiser zu Pferde und versuchte, durch Zurufen und Be-merkbarmachung seiner Person, die Ordnung zu erhalten. Alleinda in den ersten Augenblicken Niemand horte, die Kugeln auchvon allen Seiten sich kreuzten, so ritt der Kaiser selbst inder Meinung, daß die Türken in die Queue der Colonne ein-gebrochen seyen nur von einem einzigen Menschen begleitet,da die Suite in dem Getümmel den Kaiser aus den Augenverloren hatte, gegen Karansebes, und ließ bei der doppeltenBrücke, welche eine Stunde herwärts von Karansebes über denvom Dorfe Polvaschnitza herkommenden Bach, dort, wo dieserdie Straße durchschneidet, geschlagen war, Geschütze aufführen,um diese gegen den andringenden Feind zu vertheidigen. Dannbegab er sich nach Karansebes, wohin Feldmarschall Lacy undFeldzeugmeister Colloredo bald folgten, um ihm Bericht zu er-statten über den eigentlichen Hergang der Sache, und daß dieOrdnung in der Truppe wieder hergestellt sey.

Wir haben gesehen, daß die kurze Unordnung, welche größ-tentheils als Folge der Ueberraschung unter den Truppen ge-herrscht hatte, bald wieder gehoben wurde. Allein diese Unord-nung war nicht das größte Uebel, welches aus jenem Vorfallean der Brücke bei Slatina entstanden war. Wenn sich derSchrecken der Ueberraschung für Augenblicke alter gedienter, anOrdnung und Mannszucht gewöhnter Truppen bemeistern konnte,so läßt sich leicht beurtheilen, was dessen Fortpflanzung unterden voranziehenden Reit- und Pack-Knechten, Zelt- und Kessel-Pferden und der fahrenden Bagage für Unheil erzeugen mußte.Hier fanden Unordnung und Verwirrung gar kein Ziel. Die