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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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18
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— durch die eingetretenen Verhältnisse — den erwarteten Er-folg nicht gehabt hatte. Daß in unserer Skizze des Feldzugesvon 1788 Radetzky speciell handelnd nicht auftaucht, wirdKeinen befremden, der den Wirkungskreis eines Lieutenants,besonders in den damaligen Türkenkriegen kennt. Ohne übri-gens Gewagtes aufzustellen, wollen wir behaupten, daß Ra-detzky überall, wo er Gelegenheit zum Handeln gefunden hatte,vielversprechende Beweise ausgezeichneten WohlvcrhaltcnS undkommenden Ruhmes gegeben hat; zumal da er unter den Augenseines Kaisers und eines alten ruhmreichen Feldherrn gefochtenhatte. Auch ist keinem Zweifel unterworfen, daß die Persön-lichkeiten eines Joseph und seines Günstlings Lacy aus Ra-dctzky tief einwirkten. Einem jungen fühlenden und empfäng-lichen Krieger war Joseph besonders ein leuchtendes Vorbild,ein rühmliches Beispiel in Ertragung aller Unannehmlichkeitenund Entbehrungen, in heldenmüthigcr Tapferkeit, in edlerSorge für die Verwundeten und Kranken, und in Milde gegendie Besiegten. Seine Selbstaufopferung war groß gewesen, undimponirend. „Wenn ich des Kaisers Krone wie meine Mützeblosgestellt sehe, wie könnte ich mich über Gefahren beschweren!"sagte jener Grenadier, und gab das beste Zeugniß des gutenGeistes, den der Kaiser hervorgerufen. Joseph hatte gelebt„ein Krieger unter seinen Kriegern"; „sein Putz war der einesSoldaten gewesen, sein Kleiderschrank war der eines Unter-lieutenants, seine Erholung die Arbeit, sein Leben beständigeBewegung."

Kaiser Joseph betrieb sogleich nach seiner Rückkehr in dieResidenz die kräftige Ausstattung des Heeres, damit der Er-folg des nächsten Feldzuges nicht abermals ohne entscheidendesResultat ausfalle. Es sollte die Armee verstärkt und die Ma-gazine voll erhalten werden; auch sollten die Truppen durchdie Belehrung über die Eigenheiten eines Türkenkrieges unter-richtet werden, und deren Führer in der Leitung gewandter demkommenden Fcldzuge entgegentreten.

Mitten unter diesen Vorbereitungen erkrankte Joseph schwer;er bereitete sich schon auf den Tod vor — noch wurde er gerettet.Diese Krankheit bestimmte ihn vorerst, mit den Türken neueFriedcnsunterhandlungcn anknüpfen zu lassen, da er vor Allemwünschte, im Frieden aus dem Leben zu scheiden; als jedochdie Pforte hartnäckig auf die Zurückgabe der Krimm bestand,so blieb ihm nichts anderes übrig, als den Kampf fortzusetzen.Schon in den ersten Monaten des Jahres 1789 war sein Heerwieder schlagfertig. Es bestand aus 159 Bataillons, 180