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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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17
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Festung eine Brücke über die Save vorbereiteten. Dieses undeine aufgefangene Depesche des GroßvezierS an den SeraskierAbdy Pascha, Gouverneur von Belgrad, vergewisserten dieVermuthung, daß die Türken Absichten auf Semlin und diedortigen kaiserlichen Verrathe u. s. w. Hütten. Daher beschloßder Kaiser, 10 Bataillons und 12 Escadrons mit der nöthigenArtillerie zwischen Jabuka, Pancsova und Kubin zurückzulassen,mit den übrigen 16 Bataillons, 18 Escadrons und dem Restedes Geschützes auf Semlin zu gehen. Er marschirte über Op-pova, Szarduk, Bellegisch und traf am 27. im Lager vonSemlin ein. Er fand Semlin und das Lager fest, und dieTruppen in demselben hatten bisher alle Angriffe, die die Feindevon Belgrad aus gemacht, abgewiesen.

Es scheint, daß die Ankunft Josephs in Semlin den Tür-ken die Lust zu einer ernsthaften Unternehmung auf diesen Ortbenommen hat, denn es fiel kein Angriff vor, vielmehr sahman schon in den ersten Tagen des November zahlreicheSchaaren die Festung und ihre Umgegend verlassen und denWinter-Quartieren zueilen. Am 3l. October bereits hattendie Türken in gleicher Absicht das Banat verlassen.

Der Kaiser Joseph beschloß, auch seinen Truppen dieWohlthat der Winter-Quartiere zu gewahren, und ließ dieFeindseligkeiten, so weit es ging, einstellen. Vom 13. bis 18.November wurden die Winter-Quartiere aufgesucht und dannbezogen. Das Hauptquartier kam nach Peterwardein und Neu-satz. Das Regiment, in welchem Radetzky diente, kam nachKetschemet zu liegen. Am 18. November verließ Kaiser Josephdie Armee und ging nach Wien zurück — krank von dem Ein-flüsse des Klima und den Beschwerden des Feldzuges. GeneralKinsky erhielt den Oberbefehl über das Heer, weil Feldmar-schall Lacy, ebenfalls leidend, seinem Kaiser in die Residenznachfolgte. — Graf Kinsky trug dem Scraskier Abdy Pascha,Gouverneur von Belgrad, zur Schonung der beiderseitigenTruppen, während der Dauer der strengen Jahreszeit einenWaffenstillstand gegen zehntägige Aufkündigung an. Der Se-raskier antwortete zwar, daß er ohne Einwilligung des Groß-veziers hierin nichts verfügen könne; allein er nahm doch denWaffenstillstand einstweilen bis zu dessen Natification durch denGroßvezier an, von dem er späterhin bestätigt, aus alle öster-reichischen Grenzen ausgedehnt wurde; er dauerte den ganzenWinter hindurch, bis zur Wiedereröffnung des zweiten Feldzugs.

So hatte Radetzky seine erste Campagne beendet, die, mitKraft vorbereitet, unter den besten Auspicien begonnen, dennoch