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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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nicht mit seiner ganzen Armee vor, sondern sandte nur 12,000Mann aus, die wurden von Clersayt aufgerieben. Clerfaytkonnte sich mit aller Macht gegen Jourdan wenden und schlugihn bei Höchst am 12. October. Jourdan wurde, bei dervölligen Unthätigkeit Pichegru's, genöthigt, bis nach Düsseldorfzu retiriren und am 22. October über den Rhein zurück zugehen. Daraus brach Clerfayt am 29. October aus Mainzhervor, griff die französische Belagerungs-Armee an, stürmtetapfer deren Linien, zerstreute die feindlichen Heerschaaren, be-mächtigte sich des gesammten Lagergeräthes und entsetzte dieFestung. Verstärkt durch die Truppen, die ihm Wurmser zu-sandte, warf er sich nun aus die geschwächte Armee Pichegru's,nöthigte diese am 10. November — durch das Gefecht an derPsrim — sich in die Vogesen zurückzuziehen und nahm Worms.Mannheim fiel am 22. November wieder den Ocsterreichernin die Hände. Wurmser ging darauf selbst über den Rheinund besetzte Frankenthal. Indessen war Jourdan, in denersten Decembertagen, wieder vorgedrungen, es wurde umKreuznach scharf gefochten; aber bald gab ein Waffenstillstand,am 21. December abgeschlossen, den ermatteten Kriegern Ruhein den Winter-Quatieren. Clerfayt reiste nach Wien, um dortden Plan zu dem nächsten Feldzug zu berichtigen. In Miß-verständnisse mit dem Hofkriegsrathe darüber verwickelt, gab eram 10. Februar 1796 seine Entlassung, worauf der ErzherzogCarl von Oesterreich *) zum Oberbefehlshaber der deutschenStreitkräste am Rhein ernannt wurde.

Diese Feldzüge in Belgien und am Rhein waren fürRadetzky eine neue Schule. WaS er in denselben lernte, schlugbei ihm nicht die Hoffnung zu endlichen Lorbeeren nieder, son-dern befestigte vielmehr in ihm den Glauben, daß des StahlesGlanz, von seiner kriegerischen Faust wacker und unverdrossen ge-führt, wieder „zum Siege funkeln" müsse und werde, wenn auch mo-mentan die Mißgeschicke des Krieges aus dem Heer lasten würden.Und so dachte er, und so strebte er fort, wie der Dichter sang:

„Hinan! Nicht abwärts, aufwärts nnr geblickt!

Die wahre Macht kennt nicht der Grenze Zeichen;

Nichts ist erreicht, bleibt etwas zu erreichen."

Gandh's Kaiserlicdcr.

*) Siehe: Das Buch vom Erzherzog Carl. Geschrieben von F. I- A.Schiieidawiiid. Jllustrirt von Adalbcrt Müller. Leipzig (beiO-Spanier).Erste Auflage. 1847. Zweite vermehrte Auflage. 1848. Dritte durchgeseheneund vermehrte Auflage, 1848. — Carl, Erzherzog von Oesterreich unddie österreichische Armee unter Ihm. Bon F. I. A. Schneidawind. Bam-berg im iiter.-artift. Institute, und Wien bei (!. Gcrold. 1840— 1841.