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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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wuchs täglich. Joubert entschloß sich, das Pusterthal hinabzu ziehen, um die Hauptarmes zu erreichen. Der Marsch durchdas Thal dehnte sich auf 24 Meilen lang aus; .er wurde nureinmal durch einen Angriff aufgehalten, dagegen erhielt Joubertdurch einen sichern Mann Gewißheit, daß Bonaparte die Al-pcnpässe zwischen Krain und Kärnthen überschritten habe undzog getrost weiter. Bonaparte hatte das Bedenkliche seinerLage erkannt; stieß er aus hartnäckigen Widerstand in den steier-märkischen Alpen, an deren Fuß er sich befand, so wuchsendem Feinde täglich neue Kräfte zu, erlitt er eine Niederlage,so war es auch um den Rückzug gethan und daS Herr, undItalien bis zum Mincio, wohl selbst die Lombardei verloren.Daher machte er am 31. März von Klagensurt aus dem Erz-herzoge Anträge zu Friedens-Unterhandlungen, hielt aber darumnicht inne, das Waffenglück zu versuchen. Und dieß blieb ihmin den verhängnißvvllen Tagen treu. Erzherzog Carls Streit-kräfte blieben immer noch zu gering, um ein entscheidendesGefecht liefern zu können; ging dieses verloren, so war dieStraße nach Wien ganz offen. Daher nur wackere Nothwehrdes Rückzuges, bis zu Unterhandlungen Vollmacht von Wienkäme. Bonaparte zog am 1. April den Rücken der steier-märkischen Alpen hinan, drang mit fortwährendem Gefechtegegen den österreichischen Nachtrab am 5. April bis Juden-burg vor und stand nun 18 Meilen von Wien. Jetzt kamendie Generale Meerveldt und Bellegarde als Abgeordnete vonWien; am 7. April wurde Waffenstillstand abgeschlossen. Jou-bert langte am Tage nach dem Abschlüsse des Waffenstillstandesin Judenburg an. Auf dem Schlosse Eckenwalde bei Leobenbegannen Unterhandlungen wegen des künftigen Friedens undam 18. April wurden die Friedenspräliminarien unterzeichnet.

In dem abgehandelten Feldzuge von 1797 war der Ma-jor Radetzky vom Pionnir-Corps bei der Armee von Italien undnahm den thätigsten Antheil sowohl bei den Befestigungsarbei-ten von Gradisca, als auch an dem Baue der Verschanzungenam Jsonzo. Strack hat das Verdienst, uns einen in dieserAngelegenheit eigenhändigen Bericht Radetzky's an den OberstenZach des General-Quartiermeisterstabes zur Kenntniß ge-bracht zu haben, welcher von seiner Befähigung und seinenKennmiffen für das technische Fach das beste Zeugniß gibt,so wie die Hindernisse anführt, welche seiner Thätigkeit überallim Wege standen. Dieses Schreiben lautet wortgetreu:

„Nach dem hohen Befehl bin ich mit dem Herrn Haupt-mann Stutterheim des General-Quartiermeisterstabes überein-