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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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ausvehnung. Ott war eben im Begriffe, seinen Rückzug nachStradella anzutreten, als von da Melas mit einigen tausendÖsterreichern und Russen ankam, dem bald Fürst Bagrationmit der russischen Avantgarde folgte.

Obgleich Melas, in Vereinigung mit Ott, nur 10—12,000 Mann zur Hand haben konnte, und er glauben muhte,es mit Macdonaldö ganzem Heer zu thun zu haben, so truger doch Bedenken, den Rückzug nach Stradella anzutreten. Dieverbündete Armee hatte in der Hitze einen ermüdenden Marschzu machen; Melas besorgte, daß sein Rückzug und ein plötz-liches Nachdringen der Franzosen einen Übeln Eindruck machenund schlimme Folgen nach sich ziehen könnten. Von der andernSeite war die Localität bei Castel Sän Giovanni zu einemWiderstand nicht ungeeignet und die Ankunft Suwarows warso nahe, daß, wenn dieser Widerstand einigermaßen dauerte,er zur Entscheidung auch zu rechter Zeit kam. In Folge desvon Melas genommene» Entschlusses besetzte der General Ottmit sieben Bataillons und 1^ Schwadronen.daö Dorf Sermetund die nächste Gegend, und nahm in dieser Stellung seineVorposten auf. Unterdessen hatten sich die von Melas mitge-brachten Truppen durch andere nachgefolgte bis auf 20 Schwa-dronen und 10 Bataillons verstärkt, in der kleinen Ebene vonSän Giovanni aufgestellt, den rechten Flügel an Caramel, denlinken an Fontana Pradosa.

Die Franzosen griffen das Dorf Sermet an, nahmen esmehrere Male und verloren es mehrere Male. Endlich bliebensie im Besitze desselben und nahmen zugleich eine Batterie vonacht Geschützen, die aus der großen Straße ausgestellt war,durch raschen Anlauf eines Reiterregiments. Zn diesem Mo-mente, und wie die Divisionen Victor und Salm längs dem Poaus Sän Giovanni und die Division Dombrowsky aus Cara-mel vordrangen, kam Suwarow auf dem Schlachtfelde an. Er-gebet dem Unglücke stille zu stehen; er zwang das Glück, ihmbeizustehen. Alles muß vorwärts! Alles gegen den Feind!Und schnelle! Die verbündeten Truppen rückten, wie Genera!Stutterheim die Anordnung charakterisirt, „mit vieler Eile, aberwenig Ordnung" gegen die französischen Truppen, die denTidone überschritten hatten, und gegen die Stellung von SänGiovanni vordrangen. Auf das Zeichen von SuwarowsKantschu und durch des alten Feldherrn Wort begeistert, stürztenzwei Kosacken-Regimenter, gefolgt von vier russischen Bataillonsunter General Fürst Gortschakow, der am weitesten vorgerücktenDivision Dombrowsky in die Flanke, während Ott in der

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