Buch 
Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
Entstehung
Seite
89
JPEG-Download
 

8 «

Bagrations war zwischen ihm und General Schweikowsky einZwischenraum von 1500 Schritten entstanden, welchen Ruscaund Victor benutzten, um Schweikowsky zu überwältigen, in-dem sie ihn in die rechte Flanke nahmen. Er wurde bis indie Gegend von Casaliggio zurückgedrängt, wo er sich abereben so tapfer als besonnen schlug. Das Glück war aber,daß Bagration seinen Sieg schneller entschied, als Victor undsein Collega. Bagration warf, nach einem lebhaften Gefechte,den General Dombrowöky über die Trebbia zurück, eilte dannherbei und fiel Victor und Rusca in der linken Flanke an,während der Chef des Generolstabes, Chastcler, mit einer Ver-stärkung von vier Bataillons der russischen Division Förster,auf der andern Seite eintraf und Schweikowsky in der Fronteunterstützte. Das Gefecht gewann neue Kraft, die Verbün-deten gingen zum Angriff über und die beiden DivisionenVictor und Rusca wurden genöthigt, sich über die Trebbiazurückzuziehen, wobei die 17. und 55. Halbbrigaden fast zer-stört wurden. Die Russen suchten über die Trebbia zu kommen,aber vergebens; an den Usern dieses Flusses kam das Gefechtabermals zum Stehen.

In der Mitte und auf dem linken Flügel der Verbündetenführte Melas den Befehl; dieser General war ungehalten, alsFürst Lichtenstein mit einem bedeutenden Theile der Reservevon ihm weggezogen wurde, zumal da er auch schon vier Ba-taillons von der Division Förster dem General Schweikowskyzu Hilfe gesendet hatte; er fühlte sich mehr auf die Defensivedadurch gebracht und war in Zwiespalt, ob er vorgehen undselbst angreifen, oder den Angriff nur annehmen sollte, als dieDivisionen Olivier und Montrichard die Trebbia überschrittenund die Colonnen von Ott und Förster angriffen. Allerdingswürden Letztere dem Angriffe der überlegenen Franzosen schwerbestanden haben, wenn die Truppen, unter Fürst Lichtenstein,schon ganz weg gewesen wären; allein der Zufall wollte, daßder Fürst Lichtenstein, der zwar auf dem Marsche zu Suwarowwar, noch nahe genug sich befand, um rasch umkehren undMelas unterstützen zu können. Eine Colonne von fünf Ba-taillons und 600 Reitern, von der Colonne der Generale Olivierund Montrichard, hatten die Trebbia an ihrer Mündung über-schritten, rasch folgte die Hauptmacht und drangen gegen SänNicolo und die linke Flanke von Melas vor. Die Franzosenüberrannten die österreichischen Posten vor sich, eroberten zweiGeschütze und drangen mit einer Colonne bis Sän Nicolo vor.Lichtenstein, diesen Angriff sehend, ließ seine Truppen sogleich