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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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90
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umkehren, formirte das Dragoner-Regiment Lobkowitz zum An-griff und fiel der feindlichen Reiterei in den Rücken; die öster-reichische Grenadier - Brigade marschirte eiligst den Fluß auf-wärts, den Angriff zu unterstützen. Die französische Reiterei,von dem Anfalle überrascht, warf sich in Unordnung auf dieInfanterie von Montrichard, die 5. leichte Halbbrigade, vonden Dragonern attakirt, lief auseinander, die Grenadiererückten an und die Division Montrichard floh aufgelöst überdie Trebbia zurück. Sie setzte ihre Flucht bis Piacenza fort,wodurch denn die Flanke OlivierS und Victors entblvöt wurden.Fürst Johann Lichtenstein, dem in heutigem Gefechte vier Pferdeunter dem Leibe erschossen wurden, fühlte die Wichtigkeit, denhier errungenen Erfolg weiter zu benutzen, zu sehr, um wiederumzudrehen und nach kein rechten Flügel zu Nvsenberg zumarschiren, wodurch er die Zeit im Marsche verloren habenwürde; er wandte sich vielmehr gegen Olivier, dem MelaS Truppenentgegen geworfen hatte und der nur eilen mußte, das rechteUfer der Trebbia wieder zu gewinnen, an dem er indessen Haltmachte, den Verbündeten das weitere Vordringen standhaftverwehrend. Eine an der Trebbia aufgeführte österreichischeBatterie fügte den Franzosen großen Schaden zu und machtebei einbrechender Nacht dem Gefechte hier ein Ende.

Der rechte Flügel der Franzosen unter Watrin, DivisionenSalm und Watrin, hatte wenig gegen sich gefunden und warohne Mühe bis Calendasos vorgedrungen, von wo er selbst bisPonte Tidone streifte. Er wurde aber nach den schlimmenErfolgen für Victor und Montrichard zurückgerufen, und hatteMühe, ohne merklichen Verlust diesen Rückzug auszuführen.Denn sobald Montrichand geworfen und Olivier zurückgedrängtwar, hatten die Oesterreichs die Hände frei, der rechten Flügel-Colonne der Franzosen zu begegnen, das Hufaren-RegimentErzherzog Joseph hieb darin ein, schlug sie zurück und machteGefangene. Der Boden war hier zu ungünstig und der offeneRaum zu enge, um weit zu verfolgen. Watrin ging über dieTrebbia zurück und nahm hinter derselben ebenfalls Stellung.

So war also der Angriff der Franzosen überall abge-schlagen.

Vergebens hatte Macdonald im Laufe der Schlacht ge-hofft, daß der General Lapoype in der rechten Flanke Suwa-rows erscheinen und mehr noch strategisch imponiren, als taktischmitwirken würde. Allein dieser General erhielt erst den 19. MittagsMacdonalds Aufforderung zu Bobbio, setzte sich gleich in Marschüber Travo, konnte aber daö Schlachtfeld nicht mehr erreichen.