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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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92
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würdig zu machen. — Ich muß es Euer Ercellenz bekennen,daß er mir in den Dispositionen auf dein Champ de Bataille,wo der unbefangene Mann die Geistesgegenwart verrathenmuß, die wesentlichsten Dienste geleistet und durch seinegeübte und bestände Uebersicht des Ganzen meineAufmerksamkeit auf mehrere Puncte gezogen, wo nur durch eineplötzliche Hilfe entweder schon eingetretenen Gefahren abgeholfen,oder durch Anwendung neuer Kräfte auffallender Nutzen ge-schafft werden konnte. Ich kann den Eifer, mit welchem erdie vorrückenden Truppen an ihrer Spitze auf die gefährlichstenPuncte brachte und bei welcher Gelegenheit ihm auch das Pferdunter dem Leibe durch eine Kanonen-Kugel gelobtet wurde,nicht genug rühmen, und ihm ganz eigene Thätigkeit zu demerfochtenen Siege wesentlich beigetragen habe. — Euer Ercellenzmuß ich daher um die Gnade bitten, Seiner Majestät meineunterthätigste Bitte zu unterlegen, diesen, um den allerhöchstenDienst so sehr verdienten Stabsoffizier mit dem militärischenTheresien-Orden, den er unter jeder Rücksicht verdienet,huldreichst zu belohnen und zu dieser Belohnung nachdrucksamstanzuempfehlen die Gnade haben zu wollen."

In diesem glorreichen Momente des Feldzuges traf einallerhöchstes Rescript vom 1. Mai 1799 ein, nach welchemRadetzky zum Oberstlieutenant befördert wurde; Auch wurdenachträglich seine Ernennung zum Generaladjutanten des Ge-nerals Melas bestätigt. Angenehme Anerkennung für geleisteterühmliche Dienste.

Moreau hatte am 16. Juni eine Vorrückung aus seinerStellung durch die Boccchetta vorgenommen, um sich zu Mac-donald Bahn zur Vereinigung mit demselben zu brechen; aberdiese Vereinigung kam, theils durch die Schlacht an der Trebbia,theils aus Mangel an genauem Zusammentreffen öes Detailsder gegenseitigen Verabredung, nicht zu Stande. Moreaukehrte, nach einem ehrenwertsten Gefechte am 20. Juni bei SänGiuliano, wo er auf Heinrich Bellegarde stieß, in die früherenStellungen zurück, in welchen — nach einigen Wochen —endlich Macdonald zu ihm stieß, wie oben gesagt wurde.

Suwarow hatte sich nach dem Siege an der Trebbia wie-der rückwärts und zu den Belagerungen der Festungen Man-tua, Alessandria rc. gewendet. Dem österreichischen Hofe lagdie Eroberung der festen Plätze vor allen Dingen sehr am Her-zen; was an Schlachten geliefert werden mochte, sollte nur inder Absicht seyn, diese Eroberungen zu sichern und zu beför-dern; alle weiteren Offensivpläne, wobei man etwa an einen