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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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97
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Unternehmung in Grouchy'ö linker Flanke zu unterstützen. DasErscheinen der österreichischen Reiterei veranlaßte den GeneralRichepanse, welcher Grouchy'ö linke Flanke deckte, sich gegenPasturana zurückzuziehen; allein nun trat Clausel mit seinemRückhaltssußvolke in's Spiel, nöthigte nicht allein diese Oester-reicher wieder zurückzugehen, sondern drang auch in Bellegarde'srechte Flanke vor und zwang ihn, dahin Fronte zu machen,wodurch er voin weiteren Vordringen um so mehr verhindertwurde.

So schwebte die Schlacht im Gleichgewichte von füns bisacht Uhr Morgens. In der Mitte und aus dem entgegen-gesetzten Flügel herrschte noch tiefe Stille. Kray meinte, dengrößten Theil der feindlichen Armee vor sich zu haben, nichtdurchdrungen zu können, und konnte die wunderbare Anordnungnicht begreifen, wonach er nun schon drei Stunden in vollerSchlacht war, und die Heermitte rc. sich noch nicht rührte. VollUnmuth und Besorgniß sandte er seinen Adjutanten an denFürsten Bagration ab, um ihn aufzufordern, endlich in's Ge-fecht zu rücken. Allein Suwarow hatte den Befehl zum An-griff noch nicht gegeben, und Bagration trug Bedenken, aufeigene Verantwortung zu handeln; darüber verging wieder einigeZeit, und nur als Bagration bemerkte, daß die Franzosen sichzum Vorrücken gegen Kray anzuschicken schienen, dieser im Be-griffe war, das Gleichgewicht dann zu verlieren und ihm sagenließ, er würde, wenn er nicht schnell einschritte, sich ganz zu-rückziehen: entschloß er sich, vorzurücken und Novi mit dennächsten Puncten der Stellung anzugreifen, worüber es neunUhr geworden war.

Da mittlerweile jeder französische General, der den TodJouberts vernommen hatte, an den General Moreau schickte,um Befehle zu verlangen, so übernahm dieser, obgleich er jetztohne Charakter bei der Armee war, das Kommando derselben.— Die französischen Generale hatten, während die eine Hälfteihrer Armee auf dem linken Flügel vier Stunden hindurch sichnur mit der größten Anstrengung behauptete, eingesehen, daßdie Stellung der Division Watrin eine Stunde vom Schlacht-felde an der Scrivia zu gefährlich sey, da, wenn sie dort wirk-lich eine Anlehnung fand und die Straße nach der Bocchettavollständig deckte, sie doch leicht von dem linken Flügel undCentrum getrennt werden konnte. Saint-Cyr hatte also anWatrin den Befehl gesandt, sich an Novi heranzuziehen, in derAbsicht, den Rücken des Mynte Rotondo rechts der Stadt zubesetzen und so eine zurückgebogene Flanke zu bilden. Diese