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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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96
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zeigte Moreau dem General Joubert einige Truppen, derenStellung er nicht gut fand; Joubert ersuchte ihn, diesem Fehlerabzuhelfen, und eilte selbst auf einer andern Seite hin zu derDivision Lemoine, die im heftigen Gefechte begriffen war, umsie zu ermuntern und durch seine Gegenwart zu befeuern. Erführte selbst die Brigade Serras unter dem Rufe: „Vorwärts!Vorwärts!" gegen den Feind. Aber eine Flintenkugel traf ihn,seine Soldaten antreibend, in seiner hohen, herrlichen Gestaltund glänzendem Kriegsgewande, Freunden und Feinden fürch-terlich schön, in das Herz. Er rief noch einmal: „Nur immervorwärts!" und sank todt zur Erde. So starb in der Blüthedes Alters, im ersten Anfange der Schlacht, ein Feldherr,von dessen Muthe und Fähigkeiten die französische Regierungeinen gänzlichen Umschwung der militärischen und politischenLage Italiens erwartet hatte. Sein Tod verursachte einegroße Bestürzung; die Truppen, welche Joubert vorgeführthatte, singen an, wieder zu weichen, und Otts Bataillone aber-mals, die Franzosen von mehreren Anhöhen zu vertreiben.

General Moreau bemerkte bald die Fortschritte, welche Ottmachte. Das Zurückweichen der französischen Truppen auf demlinken Flügel war um so gefährlicher, als die Corps der Ge-nerale Saint-Cpr und Pcrignon dadurch getrennt werden konn-ten. Es war gegen 7 Uhr Morgens, ungefähr eine halbeStunde, nachdem er den unglücklichen Joubert verlassen hatte;er schickte nun sogleich Befehl an den General Colli, 2 Batail-lons abzuschicken, ließ dann noch einige andere Bataillons ma-növriren, um den Kampf wieder herzustellen, und eilte selbstzur rechten Zeit, gerade wie früher Joubert, zur Division Le-moine. Er stellte durch seinen persönlichen Einfluß Ordnungund Vertrauen wieder her, so daß der General Serras dieverlorenen Anhöhen wieder gewann und die Franzosen sich aufden Höhen behaupteten.

Bellegarde war mittlerweile mit seinem Angriffe auf dieFronte Grouchy's auch nicht weiter gekommen, daher wollte erden linken Flügel desselben bedrohen, ließ seine Reiterei sich imThale des Lemmo und des Riasco hinaufziehen, und befahldem General Seckendorf, sie zu unterstützen. Allein dieser Ge-neral war auf der Straße von Bassaluzzo nach Ovada weitermarschirt, und glaubte nichts Wichtigeres thun zu können, alsein französisches Detaschement, welches sich in jener Gegendzeigte, und welches er vermuthlich für die Spitze einer bedeu-tenden Colonne hielt, an einer Vereinigung mit der Armeezu hindern, wodurch er aber selbst abgehalten wurde, die