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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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107
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Itt-

zwei Brücken über die Ltura schlagen, und zwar die eine beiCastellctto, die andere bei Montanara. Es waren die Divi-sionen Ott und Elsnitz zum Angriff bestimmt und sollten mitTagesanbrüche, die erstere bei Montanara, die andere bei Castel-lctto, unter dem Schuhe deS diesiseitö aufgeführten Geschützes,über die Stura rücken und den Feind, welcher das zur hart-näckigsten Vertheidigung hergerichtete sehr steile Ufer besetzt hielt,vertreiben. Die Division Ott sollte dann ihre Richtung überMurazzo nehmen und den Feind auch aus diesem Orte ver-drängen. Die Division ElSnitz hatte den Auftrag, nach derErstürmung der Anhöhen, gegen Nonchi zu rücken, von da auseinen Theil der Division zur Wegnahme von Centale zu deta-schiren, während der General Sommariva die Weisung erhielt,mit einer andern Colonne gegen Murazzo vorzudringen.

Diese mit so vieler Klugheit und Berechnung entworfeneDisposition war mit grauendem Morgen zur Ausführung ge-bracht. Beide Colonnen übersetzten gleichzeitig die Brücken, undda daö unvergleichlich wirkende k. k. Geschütz die französischeArtillerie zum Schweigen gebracht hatte, so gelang das Zurück-legen des langen und beschwerlichen Debouchü's über alle Er-wartung. Die an die Spitze der Colonnen eingetheilten Frei-willigen gaben den nachfolgenden Truppen das Beispiel zumtapfersten und entschlossensten Angriff. Die Division Ott triebdie französischen Truppen des Generals Grenier, ungeachteteines mörderischen Feuers, von den Anhöhen und warf sie indie Ebene. Diesen günstigen Augenblick benützte die k. k. Ka-vallerie so Vortheilhast, daß die Franzosen nur eine schnelleFlucht von der gänzlichen Ausreibung retten konnte. Eben sogelang es der Division deS Feldmarschall-Lieutenants Elsnitz,den Feind aus Ronchi zu vertreiben und bis unter die Kanonender Beste Coni zu verfolgen. General Sommariva, welchemauf der Seite von Murazzo nichts mehr zu thun übrig blieb,rückte gegen Villa Falletti bis an die Grana. Unterdessenhatte sich Grenier in Centale festgesetzt, und schien sich demweiteren Vordringen der Oesterreichs entschieden widersetzen zuwollen. Sobald jedoch die beiden österreichischen Divisionen ver-einigt waren und gegen Ccntale vorzurücken anfingen, verließendie Franzosen nach geringem Widerstände auch diesen Postenund nahmen ihren Rückzug über die Maira. Melas rücktemit seinen Truppen gegen Abend wieder aus das rechte Userder Stura, und bezog seine Stellung wieder, 700 Gefangeneund drei genommene Kanonen mit sich führend. Die österreichischeArmee verblieb bis zum 3. November in ihrer gewählten Stellung.