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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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106
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günstig war, weil sie dort von ihrer Reiterei und Artillerieden gehörigen Gebrauch nicht machen konnten, so beschloß Mc-las, die durch die Stura getrennten Truppen deö rechten Flü-gels mit denen deö linken in Verbindung zu bringen und sieaus ein für alle Waffengattungen günstiges Terrain zu bringen.Daher wurde am 18. October der rechte Flügel des Heeresauf das rechte Stura-Ilfer gezogen und Castelletto wie Murazzo,beide verschanzt, dienten zur Unterstützung der beiden Flügel.Vorposten standen zu Centale, Saluzzo, Tctti di Pesio, Bai-nette rc. Championnet ließ die Oesterreicher auf ihrer ganzenLinie allarmiren. Das Element des Krieges wurde genährtdurch eine Reihe von Gefechten, die an und für sich nicht im-mer unbedeutend waren, aber noch kein entscheidendes Resultatgaben. Melas, immer zu einer allgemeinen Schlacht entschlossen,hoffte am 20. Oetober durch einen selbstigen Angriff auf Victor,welcher eben das Dorf Bainettc den österreichischen Vorpostenabgenommen hatte, seinen Gegner zur Schlacht zu zwingen.Victor wurde zwar über Peverano hinauögetrieben, aber keineSchlacht erfolgte. Dafür bedrohte Championnct durch die Di-vision Lcmoine das wichtige Mondovi; nahm er cö, so konnteer damit seine Vertheidigungsstellung sehr verstärken. MelaSwarf daher eine Verstärkung unter Oberst Briren nach Mon-dovi und detaschirte den General Aucrsperg mit sechs Bataillons,zwei Escadrons von Montanara über Carru und La Niebla, umLemoine zu vertreiben und den Posten von Mondovi zu ent-setzen. Auersperg warf am 27. October die französischen Ab-theilungen zu La Niebla und Sän Michele zurück, überfiel inder darauffolgenden Nacht die Brigade Gardannc, schlug sie indie Flucht, drang darauf auf Vico vor, zwang den GeneralLemoine, von Mondovi abzulassen und entsetzte den Platz; wo-rauf er zum Heer zurückging.

Indessen benutzte Ehampionnet seine täglich sich mehrendenVerstärkungen, um sich in den sicheren Besitz des linken Stura-ufcrs und der Gegend zu setzen, welche seine ferneren Opera-tionen am gewissesten begünstigen konnte. Er zog daher am30. noch mehrere Truppen gegen Murazzo und Centale vor,so daß er daselbst bereits 10,000 Mann, worunter zwei Rei-terregimenter, ausgestellt hatte. Melas, welcher die rechteFlanke seiner Armee hierdurch bedroht sah und schon lange densehnlichsten Wunsch hatte, den Feind in der Ebene zu bekämpfen,beschloß am 31. einen Hauptangriff auf denselben zu unter-nehmen, um ihn zum Kampf zu bestimmen. Er ließ daher inder Nacht vom 30. auf den 31. im Angesichte des Feindes