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an dem mittelländischen Meere beschäftigt, und hoffte, in Ver-bindung mit den Britten, die in Port Mahon sollten einge-schifft werden, in's südliche Frankreich einzudringen. Die Eng-länder zauderten und zögerten, und Suchet, der einen Angriffder Oesterrcicher auf den Brückenkopf am Var abschlug, hieltMelas so lange aus, bis Bonaparte seinen Uebergang über dieAlpen vollbracht hatte.
Am 24. März bekam Melas Nachricht von dem Anzügeder französischen Reserve-Armee; so gering auch seine Vorstel-lung von ihr war *), wandte er sich doch mit dem größtenTheile des Heeres gegen Turin, um sich mit dem GeneralKaim zu vereinigen; am Var blieb Elsnitz mit 17,438 Manngegen Suchet zurück, um den Unternehmungen dieses Generalsmit Nachdruck zu begegnen. In dem Thäte von Susa undPignerolo standen 5064 Mann, im Aosta-Thale 3332 Mannund Feldmarschall-Lieutenant Vukassevich hatte bei Bellinzonaund Arona 7647 Mann. Die übrige Armee stand damals beiGenua, vor Gavi, in Ancona rc. rc. — Diese so getrennteStellung der Oesterrcicher war von keiner glücklichen Vorbe-deutung, als der neue, wichtige Gegner in sein altberühmtesSchlachtfeld von Italien niederstieg.
Am 19. Mai war die französische Reserve-Armee zuerstauf Oesterrcicher gestoßen. Oberst Rakithevig mit sechs Com-pagnien und drei Geschützen, von der Brigade des k. k. Ge-nerals de Briep, stand bei Chatillon. LanneS griff ihn anund überwältigte sein schwaches Häuflein erst nach einem stun-denlangen Widerstände. Nun aber sperrte im Flußthale derDora Baltea das von Oesterreichern besetzte Fort Bard dieStraße. Dieß Hinderniß hatten die Franzosen zu gering an-war, und Alle, die ihn vertraulich kannten, bezeugen, daß er stets großwar, wenn er dieß zu thun sich herabließ. Er redete den Mönchenvon ihrer frommen Aufopferung, von der Religion, von der Herstel-lung des alten Cultus, von Wiedereinsetzung des Papstes, vom Frie-den, nur wenig von sich; am meisten von dem, was er noch vor seinemEnde zu vollbringen hoffe.
*) Als die Reserve-Armee bei Dijon proclamirt wurde, zweifelten Frank-reichs Gegner lange, ob sie errichtet werden könnte (so arm glaubteman Frankreich an Mitteln zur neuen Heeresbildung), lachten sogarüber dieses Unternehmen, als wie zum lustigen Spuk nur hingestellt.Melas selbst wähnte Anfangs diese Armee „nur aus dem Papiere".Später schätzte er die „sogenannte Reserve-Armee"- höchstens auf15,000 Mann. Die Oesterrcicher konnten in der That nicht an einestarke feindliche Armee glauben, weil so viele und von allen Seiteneinlaufende Berichte über die Geringfügigkeit der französischen Rüstun-gen übereinstimmten.