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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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135
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Truppenabtheilungen der Franzosen im Rückzug. Der Wider-stand war schwächer geworden. Das Corps von Victor be-fand sich in einem üblen Zustande; den Oesterreichern schienes der Auslosung nahe. Die Wege waren mit Trümmern,Verwundeten, Flüchtlingen bedeckt; Melas hielt den Sieg fürbereits entschieden. Nach seiner Ansicht bedurfte es nur nocheines letzten Druckes, um die Hoffnungen erfüllt zu sehen, dieer auf diese Schlacht gesetzt hatte. Doch diesen wartete erauf dem Schlachtfelde nicht mehr ab. Melas, verwundet, biszur Ohnmacht ermattet und an den Folgen eines Sturzes lei-dend, übertrug den Heerbefehl dem General Keim, überließ dieVerfolgung dem General Zach und ritt in sein Hauptquartiernach Aleffandria zurück. Diese plötzliche Entfernung des Ober-generalS führte nothwendig manchen Nachtheil herbei. Dieferneren Mittheilungen mußten an den Feldmarschall-LieutenantKeim gerichtet werden. Diese Veränderung erzeugte Ver-zögerungen in allen Dispositionen und zwar um so mehr, alsauch der Gcneral-Quartiermeister Jach in diesem Zeitpunctebei den Vortruppen sich befand und daher nicht nahe genugfür die Vorkehrungen war, welche hinsichtlich der Leitung desGanzen von Zeit zu Zeit nothwendig wurden.

Zach hatte während der Gefechte mit des Feindes Nach-hut, in der Verfolgung einen neuen Vvrtrab gebildet. Er be-stand aus acht Bataillons, denen er auf dem linken Flügeldas Dragoner-Regiment Lichtcnstein beigab. Mit diesen Leutengedachte Zach den Feinden eine Aufstellung bei Sau Giulianozu verwehren. Beiläufig tausend Schritte hinter diesem neuenVortrat» marschirte die Hauptcolonne auf der Straße; zuletztdie Grenadierbrigade Wcidenfeld als Nachhut. Links der aufder Straße marschirenden Hauptcolonne zog im ersten Treffendie Reiterbrigade Pilati, im zweiten das Dragoner-RegimentErzherzog Johann, unter Feldmarschall-Lieutenant Elsnitz, dahin.Rechts der Straße aber General de Briey mit dem Jnfanterie-Regimente Franz Kinsky gegen Casina grossa. Frimvnt un-terhielt die Verbindungen mit Ott und dem Hauptcvrps. Ott,der von Säle her noch immer nichts von einem feindlichenCorps entdeckte, schlug den Weg nach Villa nuova gegenCasa Ghilina ein; das Dragoner-Regiment Lobkowitz an derSpitze, beschäftigte sich mit der Verfolgung des Feindes. O'Reillystand vor Frugorolo und ließ längs der Orba streifen. Sowar nun Alles durch die erkämpften Vortheile beseelt vorge-rückt. Hier aber hätte es jetzt zur raschen Verfolgung undgänzlichen Zersprengung der langsam weichenden Franzosen der