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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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139
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besiegt und erschüttert fand er sie Abends wieder. Dieser soschnelle und schreckliche Wechsel des Kampfes beugte Alles.Was nun zu thun sey und wie die Armee für den Kaiser-staat am besten zu erhalten, sollte ein Kriegs,ath entscheiden,den Melas sogleich zusammenrief. Dem Auöspruche desselbenzu Folge, bot der österreichische General Skal dem ersten Con-sul eine Convention an. Bonaparte war bereit dazu. Berthierkam selbst deßhalb nach Alessandria und am 16. Juni kamfolgender Vertrag zu Stande:

Zwischen beiden Heeren soll Waffenstillstand seyn bis aufAnkunft einer Anordnung aus Wien; binnen 4 Tagen aberübergeben die Oesterreicher den Franzosen die Besten von Tor-tona, Alcssandria, Turin, Mailand, Pizzighettone, Arona undPiacenza; außerdem bis zum 24. Juni die von Coni, Ceva,Savoga, Genua und bis zum 26. Forte Urbano. Die Oester-reichs räumen Piemont, Ligurien, das Mailändische, und ziehensich an den Mincio zurück, so daß ihnen Peschiera, Mantuaund Borgoforte bleiben, sowie das Ferrara'schc, Aneona undToöcana. Ihre Artillerie führen sie mit sich; ihre Munitionaber lassen sie zur Hälfte den Franzosen ab. Die Feindselig-keiten aber sollen, was auch für Anordnungen aus Wien kämen,erst 10 Tage nach stattgehabter Aufkündigung wieder beginnen.

Die schleunige Erfüllung des TractateS war nun die ersteSorge des Generals Melas. In drei Kolonnen zog er nachdem Mincio. Die Stellung am Mincio war die Basis, vonder die österreichische Armee in Italien zu dem glänzenden Feld-zuge von 1799 ausgegangen war. Bis am 8. Juli 1800stand sie nun auf derselben Basis. Das Hauptquartier ver-legte Melas nach Verona. In einem Handschreiben hatte derKaiser Franz dem General Melas geboten, der ganzen Armeeseinen Dank für ihre tapferen Anstrengungen während derletzten Periode zu erkennen zu geben, und die Zuversicht aus-gedrückt, daß ein augenblicklicher Wechsel des Glücks den Muthder Armee nicht beugen werde. Indem Melas diesen kaiser-lichen Willen in . einem Aufrufe mittheilte, sprach er in dem-selben: „Stolz, an der Spitze einer solchen Armee zu stehen,sehe ich mit Zuversicht und ruhig dem Augenblicke entgegen,in welchem vielleicht neuerdings der Ruf des besten Monarchen,das Wohl des Vaterlandes und die Sicherstellung der Erb-lande, uns gebieten sollten, den durch die letzten Ereignissestolz gewordenen Feind zu bekämpfen. Ich bin ganz überzeugt,daß dieser Zeitpunct die Armee mit einem wetteifernden Be-streben beseelen und derselben Gelegenheit verschaffen werde,