Angriff gegen die Mitte versuchte, so traten die DivisionenBastoul und Ney ihren Rückzug auf Haag, die Division Le-grand nach Dorsen an. Moreau, der selbst auf das Schlacht-feld geeilt war und dahin die Division Grouchy und die Bri-gade Walther von der Division Richepanse gerufen hatte, befahlder Brigade Bayer von der Division Grouchy, die Nachhutzu übernehmen und den Rückzug zu schützen. Durch die ein-brechende Nacht wurden die Oesterreicher am Verfolgen gehin-dert. Die Division Grouchy besetzte die Anhöhe von Ramsau;Ney und Bastoul die von Haag; Legrand Dorfen; die BrigadeWalther stellte sich auf dem Kreuzwege von Wasserburg undHohenlinden nach Haag auf. Die österreichischen Colonnenstellten sich endlich der Division Grouchy gegenüber auf, unddas Gefecht war beendigt. — Zehn Stunden hatte das mör-derische Gefecht gedauert, wobei übrigens der eigentliche Zweckdes Manövers nicht erreicht wurde, denn die österreichische Armeekonnte Haag an diesem Tag nicht gewinnen, sondern mußtesich bei Tambach und Ramsau lagern; doch hatte das heutigeGefecht ein Resultat: das Grenicrschc Corps hatte eine Schlappeerlitten.
Kienmayer rückte an diesem Tage bis Hubenstein, ohneauf Hindernisse gestoßen zu seyn, vor. — Leeourbe war ganzunthätig geblieben, und sich blos begnügt, mit geringen Kräftengegen Roscnheim vorzugehen und die Condö'schen Vorpostenganz auf das rechte Jnnufer zu beschränken.
Nach dem Treffen war das österreichische Armee-Commandoder Meinung, daß Moreau in der Nacht vom 1. auf den 2.December seine Kräfte bei Haag zusammenbringen und es inder dortigen Gegend zur entscheidenden Schlacht kommen lassenwerde. In dieser Absicht zog man die bayerische Division vomJnn an sich und war entschlossen, am 2. December früh 9 Uhrden Angriff in drei Colonnen zu unternehmen. Baillet solltedie Höhen von Kirchdorf, rechts Haag, Riesch jene gegen Hei-tersberg gewinnen, Kollowrath aber zwischen beiden aufmar-schiren. Da jedoch am 2. December mit Tagesanbruch derRückzug der Franzosen von allen Seiten gemeldet wurde, Mec-sery gegen Erding und Freising, Klenau gegen Pfaffenhofenstreiften, so schien es dem österreichischen Generalstabe nichtmehr wahrscheinlich, daß Moreau sich dießseits der Jsar noch-mals stellen würde. In dieser Voraussetzung ließ man daöösterreichische Heer am 2. December bei Haag lagern und wargesonnen, mit demselben am 3. Anzing zu erreichen und daselbstKienmayer an sich zu ziehen.