Die französische» Divisionen waren wirklich am 2. invollem Rückzüge auf Hohenlinden begriffen. Bereits früherhatte man in Moreau's Hauptquartier die Stellung bei Hohen-linden für den Fall einer Schlacht ausgewählt und ließ sie nunbeziehen. Die äußerste Nachhut der französischen Armee hielteinige Zeit vor dem Straßmayer-Wirthshause, am Eingängedes Waldes unweit Mattenbett, und plänkelte mit den Truppendes Generals Läppert. Gegen Abend zog sie sich über Birkachgegen Hohenlinden, wohin ihr Läppert nachging und nach einemzweistündigen Gefechte die Waldränder zu seiner gesichertenAufstellung reinigte. Die Division Grouchy — 10,000 Mann— stand vor Hohenlinden, als äußerster rechter Flügel, beiBirkach und Kaging. Hinter Hohenlinden war die Reiter-Reserve unter General d'Hautpvult aufmarschirt. Die Divi-sionen Nev, Bastoul und Legrand — 22,000 Mann — standenzwischen Hohenlinden und Harthofen. Leichte Posten warenbei Längsdvrf, Jsen und Loipfingen. Die Divisionen Richc-panse und Decaon — etwa 20,000 Mann — welche in dieGegend von Ebersberg und Zornolding zurückgewichen waren,erhielten Befehl, am 3. nach St. Christoph oder Mattenbettzu rücken. General Lecourbe wurde angewiesen, in Glon undPframmering Stellung zu nehmen, mit der Bestimmung, denJnn zu beobachten und nöthigen Falls zur Armee gezogen zuwerden. Endlich empfingen die noch im Anmarsch befindlichenTruppentheile Befehl, denselben zu beschleunigen. — In einerAusdehnung von zwei Stunden, von Hohenlinden bis Hart-hofcn, stand also die Hauptmacht der Franzosen, eine Massevon 35 Bataillons und 56 Eseadrons (zu 2 Compagnien),welche außerdem im Laufe des 3. Deeemberö auf die Unter-stützung der 20 Bataillons und 31 Schwadronen der GeneraleRichepanse und Decatzn zu rechnen hatte. Nngemein Vortheil-hast für die Franzosen, besonders bei dem damaligen Zustandeder Wege, erscheint der Umstand, daß die nach Hohenlindenführende Kunststraße von Mattenbett ab einen wahren Engpaßbildet, wo keine Entwicklung möglich ist. Die Stellung Moreau'shatte aber dagegen den bedenklichen Nachtheil, daß die kürzesteund beste Nückzugslinie — die Chaussee nach München — denrechten Flügel seines HeereS nur eben berührte; ward dieserüber den Haufen geworfen, so blieb, aller weiteren Uebelständezu geschweigen, für den Rückzug nur die über Erding nachFreising führende Straße.
Die bestellten Kriegskünstlcr in dem österreichischen Gencral-stabe glaubten, nur Moreau's Nachhut herwärts der Jsar noch