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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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154
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durchschneidet. Hier schwenkte sie sich links und marschirtenach St Christoph. Der Colonne Giulay's folgte OberstRichter mit 3 Bataillons — denen 2 andere folgten — biszu dem erwähnten Kreuzwege, von wo er seine Richtung gegenHohenlinden nahm. Endlich führte der Major Rothkirch vomGeneral-Quartiermeister-Stabe noch 1 Bataillon, am rechtenUser des Mühlbaches, gerade auf St. Christoph vor. DerRest der so vertheilten Colonne Rieschs, 3 Bataillons, 18 Es-cadrons, unter Feldmarschall-Lieutenant Meerveldt, marschirtebei Albaching auf.

Die in den Wald gegen Hohenlinden geschickten ColonnenRieschS trafen auf die noch immer im Marsche nach Matten-bett begriffenen Halbbrigaden der Division Richepanse undbrachen durch sie hindurch. Man schlug sich im Walde herum.General Giulay zwang den General Drouet nach St. Christophzurück. Richepanse's Division war von allen Seiten umschwärmtund umzingelt. Einzelne Colonnen derselben verloren so sehrdie Fassung, daß eine vom Feldmarschall-Lieutenant Meerveldtin den Wald geschickte, aus 5 Dragonern vom RegimentcWaldeck bestehende Patrouille 2 Offiziere und 150 Gefangeneeinbringen konnte. Ueberhaupt schickten die Oesterreichcr da-mals 5 — 600 Gefangene aus dem Walde. — Es schien alsohier alles nach^Wunsch zu gehen, um so mehr, da die vonAlbaching nach St. Christoph gerichteten Colonnen auf diesemPuncte angelangt waren und vereinigt mit der Colonne Giu-lay's, dem General Drouet kräftig zusehen konnten. Auch wardas Gefecht Drouets mit den Oesterreichern hier nicht vongünstigen Resultaten begleitet; seine vielmehr bedenkliche Lageerhielt erst eine günstigere Gestalt, als die Division Decatznanlangte.

Während auf diese Weise der eine Theil der DivisionRichepanse durch Riesch beschäftigt wurde, zog der andere unterRichepanse selbst gegen Mattenbett fort. Etwa um 9 UhrMorgens war derselbe bis auf eine Viertelstunde südlich vonMattenbett gekommen, ohne recht zu wissen, wo er eigentlichsich befinde. Hierüber aufgeklärt, ließ er die Höhen ersteigen,an deren nördlichen Abfalle der Ort liegt und stand plötzlichim Angesichte der Reiterei des Fürsten Johann Lichtenftein,wobei die Ueberraschung auf beiden Seiten nicht gering gewesenzu seyn scheint. Jedoch kam Fürst Lichtenftein davon schnellzurück. Er ließ sogleich in zwei Treffen aufmarschircn undbeschloß, ohne im Mindesten von den bereits stattgehabten Vor-fallcnheiten, noch von den Fortschritten der Nebcneolonnen un-