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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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auseinander zu liegen. Auf eine Mitwirkung in Italien konnteman rechnen; von Diversionen Englands in Norddeutfchland,Holland und Italien war Mancherlei zu erwarten und vonRußlands Verbindung mit Frankreich, seit dem Erfurter Con-gresfe, hatte man nicht Grund, gewaltige Anstrengungen jenesStaates gegen Oesterreich zu besorgen. Oesterreich entschloßsich also zum Kriege. Nur mit den Waffen in der Handglaubte es, eine Unabhängigkeit behaupten zu können, welchevon dem Uebergewichte des französischen Kaiserreiches immermehr gefährdet schien. Stadion wollte schon 1808 losgeschla-gen haben; aber der Erzherzog noch nicht einmal im Frühjahrevon 1809; denn es sollten die Rüstungen erst vollständig seyn.Und in Wahrheit, die Landwehren waren keineswegs völligorganisirt; die ungarische Jnsurrcction (Aufgebot) entbehrtenoch der Gewehre, und was sie erhielt, war von schlechter Be-schaffenheit, selbst ein Theil ihrer Reiterei hatte, als der Kriegschon im Gange war, noch keine Säbel, Sättel und Zäume,und mußte in dem Kampfe bei Raab ihre Pferde mit Strick-halftern leiten. Will man den Briefen des Generals GrafenGrünne an den Prinzen de Ligne den Glauben nicht versagen,so gab Erzherzog Carl nur nach, als der Krieg als Ehrensachehingestellt und unvermeidlich geworden war.

Als Napoleon zu Astorga Nachricht von Oesterreichs Ge-sinnungen und Rüstungen erhielt, war ihm dieses, wenn nichtüberraschend, doch ungelegen. Dieses Mal wünschte er denKrieg mit Oesterreich nicht. Versuche, ihn durch Unterhand-lungen abzuwenden, wurden nicht gemacht; ein hingeworfenesWort des Kaisers Alexander an Fürst Carl Schwarzenberg,den österreichischen Gesandten in St. Petersburg, welcher verge-bens um Verbindung Rußlands mit Oesterreich unterhandelt hatte,daß er (Alexander) und Napoleon den Besitzstand Oesterreichsgarantiren wollten, war in keiner Art geeignet, friedlichere Ge-sinnungen hervorzurufen. Die österreichische Kriegsmacht wurdeden 20. Februar 1809 auf den Kriegsfuß gesetzt und ErzherzogCarl rief Freiwillige auf, sich den Linientruppen anzuschließen;worauf die Freiwilligen aus Böhmen „die Legion Carls" bil-deten, und die Bataillone der „Freiwilligen von Wien", der„mährischen Freiwilligen" u. s. w. zusammentraten. Eine bit-tere Apostrophe Napoleons an Metternich, damals öster-reichischen Gesandten zu Paris, gab zu erkennen, daß er denKrieg für gewiß ansah.

Die österreichische Armee bestand aus 725,000 Mannund 60,000 Pferden, einschließlich der Landwehr (15^ Ba^