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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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in andern edlen Vaterlrndsfreunden wurde dadurch weit eher dieUeberzeugung befestigt, man müsse vielmehr rasch zu den Waffengreifen, als sich in die Fallstricke Napoleons verwickeln, und zufvrderstEngland warnen vor den philantropischen Friedensversicherungendes verführten CzarS aller Neusten. Man kann wohl sagen, wie indiesen drangvollen Zeiten nur der Wille der Volker und der Muth ei-niger österreichischen Prinzen es verhinderten, daß Europa waffen-los und gebunden dem gewaltigen Eroberer preisgegeben wurde.

Graf . Philipp Stadion war die Seele der Kriegspartei,und Kaiser Franz faßte Vertrauen, sobald Napoleon 1808 jen-seits der Pyrenäen war, um seinem Bruder Joseph die spa-nische Krone auf das Haupt zu setzen, die Engländer in Spa-nien zu bekämpfen und die Aufstände niederzudrücken *). DieKriegsmacht Oesterreichs war ansehnlich; Erzherzog Carl leitetemit hoher Einsicht und energischem Willen das Kriegswesen;ihm zur Seite war Erzherzog Johann thätig; Heer und Volkschauten mit Liebe und Hoffnung auf diese beiden Fürsten.Oesterreich hatte ohne Vertrag den mächtigsten Verbündeten indem spanischen Volke; die früheren Berechnungen des öster-reichischen CabinetS aus Staatsbündnisse und Substdien warendieses Mal außer der Zeit; um so mehr aber ließ der Geistder Zeit hoffen, und diesem bot Oesterreich die Hand. Darumwar dieser Krieg ein ganz anderer als die früheren drei, welcheOesterreich gegen das neue Frankreich geführt hatte; nicht eineFortsetzung der früheren Weise, sondern die Ankündigung undBewährung eines mächtigen Fortschritts in Erkenntniß undKraft. Die Stimmung in Norddeutschland war trübe, und daSErwachen eines deutschen Nationalgefühles ward genährt undzur That ermuntert durch vorsichtig gepflogene Verbindungen undSendungen des Tugendbundes und der mit einander einverstan-denen, rastlos thätigen und vielvermögenden Gegner Napoleons,wie die Grafen Münster, Nugent, die beiden Stadion, wie Winzin-gerode, Wallmoden, Stein w.; man konnte selbst hoffen, daßbei einer Erhebung in Norddeutschland Preußen sich der deut-schen Sache anschließen werde; Stein und Scharnhorst, Gentzund Friedrich Schlegel waren in Wien; der Prinz von Oranienim österreichischen Heere; der Churfürst von Hessen in Prag;norddeutsche und österreichische Gesinnung schienen nicht so weit

*) Geschichte des Krieges auf der pyrenäischen Halbinsel unter KaiserNapoleon; begleitet von Schilderungen der politisch oder militärischwichtigsten Personen, der Landschaften, Städte, der Sitten, Gebräucheund Charaktere der Bewohner des Kriegsschauplatzes u. s. w. VonFranz Joseph Adolph Schneidawind. Darnrstadt, 1648.

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