L8»
und beschäftigen. Der Rest des Davoust'schen Corps, DivisionenMorand, Gudin, Saint-Sulpice, zu einem eigenen Corps unterden angekommenen Marschalls Lannes formirt, dann die Bayernund Württemberger sollten die von Abensberg bis gegen Rohraufgestellten österreichischen Abtheilungen unter Erzherzog Ludwigund General Thierry angreifen. Napoleon hielt Morgens des20. April den Offizieren der Bayern und Württemberger eineermunternde Anrede, die der Kronprinz von Bayern verdeutschte.Die von Napoleon angeordnete gemeinschaftliche Angriffsbe-wegung hatte zum Zielpuncte die Gegend von Kloster Rohr,wohin von den Hohen von Arnhofen Lannes mit seinem Corpsaus gerader Straße und die bayerischen Divisionen Deroi undKronprinz, unter Lcfebvre, über Offenstetten vorrückten. DasWürttembergische Corps überschritt bei Abensberg die Abensund rückte über Bachel nach eben dieser Richtung vor. Diebayerische Division Wrede stand bei Siegbnrg über der Abens.Als Erzherzog Ludwig diese alliirte Macht zum Angriffe schrei-ten sah, forderte er die Seinigen zum wüthigen Widerstandauf, und zeigte ihnen in Aussicht die Unsterblichkeit ihresRuhmes in den Annalen der Geschichte. Die k. k. Abtheilungdes Generals Thierry wurde von allen Seiten bedroht, durchdie Division Kronprinz von Bayern aus ihrer Stellung ver-drängt, verfolgt und gegen Rohr zurückgedrängt. Lannes nähertesich diesem Puncte und übernahm die weitere Verfolgung Thierry'sund den Angriff auf Schustekhs Abtheilung. Bei Kloster Rohrwurden diese beiden k. k. Abtheilungen heftig angefallen, fastumzingelt und hatten Mühe, Rottenburg zu erreichen, indem sichSchustekhs und Thierry's Reiterei durchschlagen mußte; die Infan-terie wurde beinahe ganz aufgerieben. Der bei Biburg stehendeGeneral Bianchi wurde von der bayerischen Division Deroi undden Württembergern angegriffen, konnte sich in der für seineTruppen ausgedehnten Stellung nicht halten und mußte sichauf den bei Kirchdorf aufgestellten Rückhalt unter Fürst Reußziehen. Diese vereinigten k. k. Truppen hielten hier rühmlichenStand; die treffliche Position von Schwabruck und Kirchdorfunterstützte ihre Anstrengungen, und ihr Widerstand dauertefort, selbst nach der Besetzung von Rohr, das eine Stundeentfernt im Rücken der Oesterreicher lag. Auf beiden Flankenüberflügelt gaben Bianchi und Reuß endlich nach und verließenihre Stellung. Hätten sie sich nur noch einige Zeit gehalten,so wären sie von den überall anstürmenden und abschneidendenColonnen Napoleons umgarnt gewesen und in die äußersteVerlegenheit gerathen. Beide Generale zogen sich aber, dem