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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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194
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unter Generalmajor Nordmann und die dritte unter General-major Mesco. — General Radetzky hatte vermöge der Dis-position um 1 Uhr Mittags auf der Straße nach Wurmanns-quick vorzurücken und sich links mit Mesco gegen Klebing undPuchbach zu verbinden. Die Avantgarden unter Mesco undNordmann, die von Eharding u. s. w. herzogen, stießen beiWeichering auf Bessieres Vorposten. Kienmayer und Lichten-stein Husaren und die Brooder Grenzer schlugen die französischenChasscurs und trieben sie auf das bayrische leichte BataillonLaroche, das zur Unterstützung der Reiterei bei Rohrbach stand,zurück. Die Bayern schlugen sich einige Zeit tapfer gegen dieUebermacht, zogen sich aber dann über Stetten und auf dieHöhen von Neumarkt zu.

Am Morgen des 2D April, 3 Uhr, ging Hiller über denJnn und stellte seine Angriffstruppen in drei staffelförmig ge-bildete Kolonnen, denen er folgende Marschrichtung gab: dieKolonne rechts, die am weitesten vorgeschoben war, unter Kom-mando des Fürsten Reuß (10 Bataillons, 1 Escadron) mar-schirte über Klebing und Leuperg gegen Gangkosen auf derStraße von Dingolfing; die in der Mitte, unter General Kot-tulinsky (12 Bataillons, 1 Escadron) folgten der Straße vonNeumarkt; die linker Hand, unter General Hofmeister (6 Ba-taillons, 1 Escadron) brach am spätesten auf und nahm ihrenWeg über Nieder-Parchkirchen gegen die Nott. Die Reserve,unter General Kienmayer, folgte der mittleren Kolonne. Ge-neral Radetzky streifte rechts gegen Eggenfelden und sicherte denMarsch des Heeres gegen die Straße von Dingolfing undLandau hin.

Um 7 Uhr Morgens griff Hiller den Marschall Bessieresbei Neumarkt an, welcher nur 9 bayrische Bataillons, 36 bay-rische Chevaurlegers, einige Escadrons französische Chasseuröund einige Batterien bei sich hatte; die Molitor'sche Divisionwar noch an der Vils zurück. Bessieres war keines ernsthaftenGefechtes gewärtig. Hiller warf die Vorposten zurück unddrang rasch vor. Der Generalmarsch rief Wrede's Truppenins Gewehr, welche sich auf Bessieres Geheiß auf den Höhenvorwärts St. Veit aufstellen mußten, wohin man über eineschmale Brücke kommt. Das Gefecht dehnte sich bald über dieganze Linie aus und Fürst Reuß suchte nicht allein die FlankeWrede's zu überlangen, sondern auch vor ihm Neumarkt zu er-reichen. Die Schwäche der Truppen Wrede's nöthigte ihn,beinahe alle Bataillons in Tirailleurs aufzulösen. Um halb1 Uhr Mittags gab Bessieres den Befehl zum Rückzug nach